f 32 Bindemittel. a) Torfmul^. Eine hervorragende Rolle bei der Kompostbereitung spielen die Bindemittel, von denen insbesondere Torf und Müllasche in Frage kommen. Beide fallen innerhalb der Kieler Stadtwirtschaft reich lich an. Das ideale Kompostmittel ist der Torf in seiner Eigenschaft als zerkleinerter Abraum der faserigen Oberschicht unserer Hochmoore, am vollkommensten als trockener Moostorf-Torfmull. In dieser Form kann er das 8—lOfache seines Gewichts an Feuchtigkeit auf saugen. (Wir haben für den Kieler Torf nur das 5fache durchschnitt lich angesetzt.) Ähnlich hoch ist auch seine Fähigkeit, Gase zu binden, was für die Stickstoffgewinnung von entscheidendem Wert ist. Die hygienischen Wirkungen der Torfstreu sind bekannt. Schließlich muß — abgesehen von dem nicht unerheblichen Mineralgehalt der Torf asche — mit den starken Werten an organischer Substanz in der Torf masse gerechnet werden. Genug Vorzüge, um den Torf jeder Kom postform beizugeben, wozu die reichen, heute noch unvollkommen aus gewerteten Torfläger im Stadtbesitz noch besonders ermutigen. b) Feinmüll und Asche. Weniger bekannt und geschäht als Bindemittel ist das F e i n m ü l l und die A s ch e, gesondern oder vereint angewandt. Eine Reihe deutscher und französischer Städte binden seit jeher ihre ge samten Fäkalien mit diesen Stoffen. Zwar haben die in den Städten in großen Massen (etwa 120 Kilogramm pro Kopf und Jahr) an fallende und von Grobstoffen befreite Müllasche nicht entfernt die Hygroskopizität des Torfmulls aufzuweisen, dafür aber einen um so größeren physikalischen Wert für die meisten unserer Böden. Müll enthält: Als frischer Feinmüll in IMS kg (nach Bote) Als abgelagertes Müll in 1000 kg (nach Dörr) «LA, IS,6 8 ! grötzlenwils schwer Kali 7.2 kg j 10511(9 3 kg 6 kg 5 kg | grösstenteils leicht löslich Kl I l\g f Das sind mindestens 14 Kilogramm Mineralstoffe im absoluten Werte von etwa 160 Mark. Dieser außerordentliche Dunggehalt — insbesondere an der wert vollen Phosphorsäure — hat sich in der Praxis vielfach bewährt*) in *) In Hamburg düngen die Bramfelder Gemüsegärtner seit Jahren ihre reichen Gemüsefelder mit städtischem Erobmüll. Ich verweise hier auch auf das dem Magistrat zugegangene empfehlende Rundschreiben des Landwirtschafts mini st e r s, das sich auf ein Gutachten des Prof. Hentig über den großen Dung wert des Mülls bezieht.