68 Hüll- oder Hüllchenblättern hinzuweisen. Auch hei den Ranuncula- ceen sind wir diesen Formen an einer Reihe von Stellen begegnet. Die fein zertheilten, fiederspaltigen Pulsatillenblätter finden unter den Umbelliferen ein Ebenbild bei Zosimia radians und absinthifolia. Die Aehnlichkeit der Blattgestalt derPulsatilla vulgaris mit Umbelliferen- formen wird noch besonders dadurch erhöht, dass die ersten Secun- därfiedern auf der unteren Seite sich bereits an der Basis der Primär fiedern abtrennen. Diese Gliederungsart ist bei den Umbelliferen ausserordentlich verbreitet: sie bildet eine Vorstufe zu der Kreuz stellung. Die Folia der Nigella damascena wiederholen sich an den oberen Stengeltheilen der Eurytaenia texana. Die Blätter der Xanthosia rotundifolia lassen sich in Parallele stellen mit den Blättchen einiger doppelt-gefiederter Knowltonia-Arten. Die Formen des Ligusticum actaeifolium, sowie die von Trochiscanthes stimmen in vielen Punkten mit Actaea-Blättern überein. Eine ziemlich grosse Aehnlichkeit herrscht, wenn man von der verschiedenen Grösse absieht, zwischen den Blättern von Siler trilob. und Laserpitium aquilegifolium einerseits und dem Aquilegiablatte andrerseits. Man vergleiche Thal, foeniculaceum mit der Gattung, nach der es den Artnamen trägt, ferner auch mit Peu- cedanumformen. Wir könnten die Zahl solcher Analogien noch vermehren, es er gibt sich aber schon aus den angeführten Beispielen, dass ebenso wie innerhalb des geschlossenen Verwandtschaftskreises einer natür- türlichen Familie gewisse Formen in den verschiedenen grösseren Gruppen sich wiederholen, so auch in verschiedenen, nicht mit einander verwandten Familien die Aehnlichkeit oft einen merkwürdig hohen Grad erreichen kann. Diese Thatsache deutet das an verschiedenen Stellen gleichsinnige Wirken bestimmter Gestaltungsfactoren wenigstens in allgemeinen Umrissen an. Es lässt sich nicht verkennen, dass beide Familien neben mancherlei Formen, in denen sie von einander ab weichen, in verschiedenen Gruppen Parallelreihen aufzustellen gestatten, welche zeigen, dass in der grossen Mannigfaltigkeit doch gewisse Typen oft wiederkehren und, was besonders zu beachten ist, dass diese Typen sich unter einander in einer gewissen Formenkongruenz befinden. Auf unserem Wege durch die Blattformenreihen der Ranuncula- ceen und Umbelliferen haben wir bei verschiedenen Gelegenheiten auf die Primärblätter einzelner Pflanzen hingewiesen. Sie sind in den meisten Fällen bedeutend kleiner und einfacher gegliedert, als die späteren. Einem allmählichen Aufsteigen zu höherer Gliederung bis zu einem Maximum, welches durch das den vollendeten Typus - der betreffenden Species repräsentirende Laubblatt erreicht wird, steht gegenüber eine ebenfalls allmähliche Abnahme der Gliederung und Grösse oberhalb desselben: der aufsteigende und der absteigende Schenkel der Blattmetamorphosenkurve zeigen an ihren Enden nicht selten einander ähnelnde Formen, hier wie dort bleibt das Blatt auf einer niederen Entwickelungsstufe stehen. Andrerseits hat uns das Studium der Primärblätter auch Anlass geboten, sie mit den über-