67 5* schwach gelappten Blättchen in den oberen Stengelpartien solche mit tief einschneidenden Zipfeln folgen. Auch hier können wir also durch Darstellung der beiden Extreme die ganze Formenvariation in Betreif dieses Punktes klar legen. Ein mehrfach gefiedertes Blatt — als Beispiel diene das von Thalictrum aquilegifolium — kann in der Form seiner Blättchen noch ziemlich einem einfachen, ungetheilten Blatte wie dem der Ficaria entsprechen, wenngleich der Blättchen grund meist bereits mehr ein keilförmiges, als ein herzförmiges Aus sehen hat, welch letzteres in unserem Falle erforderlich wäre. Aehn- liche Beispiele von den Umbelliferen anzuführen, ist nicht schwer: Siler trilobum, Laserpitium aquilegifolium. So das eine Extrem! Das andere hat statt schwach gelappter Blättchen solche, deren schmal lineale Zipfel sich fast oder ganz zu einer weiteren Ordnung von Fiederchen isolirt haben. Es liegt uns in derselben Gattung, aus der wir das erste Beispiel für sein Gegen- theil nahmen, in einer charakteristischen Form vor: Thal, galioides. Die fast unzähligen, zwischen diesen Extremen stehenden Gestalten sind aus der Specialbetrachtung beider Familien zur Genüge bekannt. Nach dieser mehr allgemein gehaltenen Vergleichung ist noch be sonders zu betonen, dass die Blätter nicht bloss in ihren allge meinen Umrissen ziemlich übereinstimmen; vielmehr herrscht eine oft geradezu frappirende Aehnlichkeit unter Formen aus beiden Familien. Dem Leser wird dies, wenn er bereits selbst im Verlaufe der Um- belliferenbetrachtung einen Rückblick auf die bei den Ranunculaceen dargestellten Formen warf, sicherlich aufgefallen sein. Da haben wir zunächst als ein besonders auffälliges Beispiel peltate Blätter mit annähernd kreisrunder Spreite und schwachen, plattgedrückten Kerb zähnen als deren Umrandung: R. Cooperi — Hydr. vulgaris. Unter den drei- oder fünflappigen Blättern lassen sich ebenfalls Formen von einander sehr ähnlicher Gestalt finden: R. alpestris, Batr. aquatile — Hydr. ranunculoides. Besonders zahlreiche Primärblätter wieder holen gerade diese Typen in grosser Gleichförmigkeit: Siler, Aego- podium, Aethusa, Lagoecia. Ficaria stimmt mit Hydr. asiatica u. a. überein, Cimicifuga calthifolia mit den Grundblättern des Eryng. alpi- num. R. aconitifolius weist Berührungspunkte mit der Gestalt der Astrantiablätter auf, ebenso die unteren Folia von Actaea japonica mit Pimpinella rotundifolia. Man vergleiche das spitz keilförmig an der Basis sich zuschärfende, untere Blatt des Delphinium junceum, welches nur am breiten Vorderende Zahnkerben trägt, mit dem gleich gestalteten der Hydr. triloba und dann wieder die oberen, einfach linealen Folia derselben Ranunculacee mit Hydr. linearis. Die oberen, völlig einfachen, lang-linealen Blätter des Cynosciadium pinnatum sind wegen ihrer parallelen Nervatur ebenso wie manche Bupleura zu einem Vergleiche mit R. gramineus geeignet. Bei Archemora ternata sind die Einzelblättchen ganz den hier erwähnten Formen entsprechend. In beiden Familien wird in den oberen Theilen der Pflanzen häufig ein einfaches, lineales Blatt erreicht. Bei den Um belliferen brauchen wir bloss auf die zahlreichen Fälle mit solchen