64 I L. Archaagelica Bchb. und Melanoselinum decipiens TToffm. zeigen in gleicherweise wie Thaspium, Angelica und Archangelica die weiteren Abgliederungsprocesse auf verschiedenen Stufen. Eisweilen ist auch die Entstehung unterer Kreuzblättchen wie bei Turgenia zu bemerken. In den meist noch an der betr. Hauptrippe herablaufenden Blättchen basen ist auf die eigenthümliche Nervenvertheilung hinzuweisen, die zwischen paralleler und fiederiger Stellung die Mitte hält. Je mehr sich der Blättchengrund keilförmig zuspitzt, um so näher rücken die Nerven zusammen und an den Ursprung der Hauptrippe des Blätt chens heran. Verfolgen wir die weitere Stufenfolge der Blättclientheilung! L. hispidum Bieb. mit einem besonders reich gegliederten Folium lässt die bei den bisher erwähnten Arten nicht sehr grossen, ungleichen Bandzähne der Blättchen tiefer in die Lamina eingreifen, so dass fiederspaltige Blättchen resultiren: Coniumtypus. L. prutenicum L. besitzt tief fiederspaltige Blättchen mit linealen, ganzrandigen Zipfeln: Silaus und manche Peucedanumformen. Am Ende der Beihe treten Arten mit breit linealen, ganzrandigen Zipfeln auf, welch letztere sich zu Blättchen isolirt haben, theilweise, aber immerhin seltener, auch wohl noch durch schmale Säume an ihrer Ursprungsspindel herablaufen: L. peucedanoides und Siler. Hie Breite der Blättchen ist bei L. Siler grossen Schwankungen unterworfen: die einen Exem plare besitzen lineale, andere dagegen breit elliptisch-lanzettliche, etwa wie Paeonia offic.. Bedeutend kleinere und breitere, ganz- randige Blättchen hat L. siculum Spr.. Durch Nervatur und Form erinnert es an einzelne, einfach gefiederte Blätter der Heteromorpha. Auch bei L. asperum kommen einfache, ganzrandige Blättchen manch mal in den oberen Theilen des Stengels vor und zwar in der Drei zahl auf einer ansehnlichen Scheide sitzend. Die Mittelrippe der beiden Seitenblättchen verläuft auf der Aussenseite ein Stück weit ohne begleitende Spreite, also nach Art eines Stieles, während sie auf der correspondirenden Innenseite von Anfang an von der sich allmählich verbreiternden Lamina umsäumt ist. Wie bei den sich oft nur auf einer Seite abgliedernden Blättchen der Zizia cordata u. a., so ist auch hier an der Aussenseite die büschelförmige Aus breitung der Nerven von dem Ursprungsorte der Laminarverbreiterung aus zu bemerken, während die Stränge innen in bestimmten Ab ständen von einander die Mittelrippe verlassen. Wir erkennen aus der Thatsache, dass die Stiele der Seitenblättchen auf der Innenseite wie der des Mittelblättchens beiderseits von Laminarsäumen begleitet sind, einen Hinweis auf die bei noch höher stehenden Blättern erfolgende Verschmelzung der Blättchen. sitzt wie hier. Die Primärblätter von Siler erinnern durch ihre einfache tief ge lappte Form an Sanicula. Gerade diese Gestalt ist hei den ersten Blättern einer grossen Zahl von Umbelliferen besonders oft anzutreffen.