Die vorliegende Arbeit wurde der Hauptsache nach im botanischen Institut der Universität Kiel ausgeführt und zwar in erster Linie nach dem dort vorhandenen Herbarmaterial. Die aus demselben gewonnenen Resultate wurden durch eingehende Beobachtungen im botan. Garten und in der freien Natur ergänzt. Meinem verehrten Lehrer, Herrn Geheimrath Prof. Dr. R e i n k e, bin ich sowohl für die freundlich ertheilte Erlaubniss des Gebrauches der Sammlungen als auch be sonders für die mir jederzeit in bereitwilliger Weise gegebenen Rath schläge zu Dank verpflichtet. Während der Universitätsferien ist mir die Benutzung des Herbars im Museum meiner Vaterstadt Bremen durch die Liebenswürdigkeit des Directors, Herrn Prof. Dr. Schau- insland, und meines Freundes Herrn C. Messer, des botan. Assi stenten daselbst, ermöglicht worden. Die beiden auf diese Weise von mir durchgearbeiteten Sammlungen ergänzen einander'insofern, als das Kieler Herbar sich hauptsächlich aus älteren Collectionen zu sammensetzt, während das Bremer Material mehr neueren Ursprunges ist und daher vielfach aus anderen Gegenden der Erde stammt als das erstere. Entsprechend der längeren, darauf verwandten Zeit bildet das Kieler Herbar die Grundlage für meine Untersuchungen, das Bremer hat hauptsächlich nur zur Controle gedient, zugleich verdanke ich ihm allerdings auch werthvolle Ergänzungen. 1 ) Die Systematik hat für ihre Zwecke der leichten und möglichst sicheren Unterscheidung bei den Phanerogamen besonders für die Genera und die höheren Eintheilungsgrade die differenten Merkmale an Blüthe und Frucht bevorzugt, die übrigen Organsysteme dagegen nur in selteneren Fällen zu Rathe gezogen. Beispielsweise haben sich die Formen der Laubblätter wegen ihrer bei nahen Verwandten oft sehr verschiedenen Gestalt für die Charakterisirung der höheren 1) Manche für diese Untersuchung interessante Form fehlt in den beiden von mir benutzten, nur mittelgrossen Sammlungen: eine seit der Vollendung der Arbeit erfolgte Durchsicht unserer Familien im Berliner Herbar hat mich belehrt, dass sich die beiderseitigen Yergleichsformen noch in vorher ungeahnter Weise vermehren lassen. Die vorliegende Darstellung gibt also ein nur unvollständiges Bild der vielfachen Formenwiederholungen, es wird jedoch trotz der verhältniss- mässigen Beschränktheit des verarbeiteten Stoffes die Aehnlicbkeit der Blatt gestalten unter einander deutlich genug werden. G. Bitter, Inaug.-Diss. 1