Luise, Königin von Preußen. Kalendermann freut sich, weun's bei solchen Gelegenheiten frisch und fröhlich von den Lippen klingt, und wenn das deutsche Volk jubelnd der großen Taten seiner Väter ge denkt; aber ivenn die Gedenkfeier nicht dazu dient dein Volke neue Kraft zuzuführen und den Entschluß reifen zu lassen, zurückzukehren zu den Tugenden, welche dazumal unser Volk mutig, stark und siegreich gemacht haben, zum deutschen Glauben, zur deutschen Treue, zur Einfachheit der Sitten und zur Opferwilligkeit, dann werden die vielen Feiertage bald schlechte Werktage machen, und unsere Väter werden recht behalten, da sie sagten: je größer das Fest, je ärger der Teufel. Ich .gedenke des großen Jahres „Dreizehn". Welche Opfer an Geld, Gut und Blut hat dazumal unser Volk gebracht, und wenn ich an die Musik denke, nach welcher jetzt an den Gedenktagen gesungen wird, dann wird's mir angst und bange. . - Das Geldgeschrci: „mehr! mehr! immer mehr!" ist ein schlechtes Lied, und ivenn das deutsche Volk nach dieser Melodie den Tanz ums goldene Kalb tanzt, dann wird es endlich unversehens in den Abgrund stürzen. Wo sind Menschen mit den offenen Friedrich Wilhelm III., König von Preußen. Herzen und den offenen Händen, wie solche, die vor hundert Jahren das Vaterland ge rettet haben? Man muß sie mit der La- lerne suchen und wird sie spärlich finden, dagegen kann man alle Tage solchen be- gegnen, deren Wahlspruch lautet: man muß das Geld von den Leuten nehmen, denn von den Bäumen kann man's nicht schütteln, und die dann auf ihrem Geld liegen wie der Hund auf dem Heu. Wie hat unser Volk die Gedenktage gefeiert? Ich höre andere Musikanten als die Geldjäger und Geldheger. In unseren Teichen und Gräben und in allerlei Sümpfen geht's alleweil: „quack, quack!" Die Männer der Wissen schaft wollen erforscht haben, daß diese Wassermännlein die Urahnen der Nachti gallen sind, da beide zur nachtschlafenden Zeit ihr schmetterndes Lied vollführen. Aber die Stammgäste des Sumpfes unterscheiden sich von den Sängern im Dornbusch da durch, daß sie im Chor singen und das Nasse lieben. In diesem Stück haben sie aber hier und da im festfeiernden Deutsch land viele Vettern, die auch Stammgäste sind und zur nassen Gesellschaft gehören und sich jeden Abend versaiumeln, reden,