49 0 O Q □ □ □ □ □ □□□ □ □ □ □ □ □□□ □ □ □ □ □ D 0 □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ □OODDD□□□□□?□□□□□□□□□□□□ Vom Saatkorn bis jum Brote. Bon E. Bruhn-Koldenbüttel. Ueber den brauenden Wi-esen rings umher erhob sich ein breiter, nach allen Seiten ausladender Hügelrücken, auf dem mein Auge fast bei jedein Blick aus mei nen: Arbeitszimmer ruhte, und meine Seele stand davor in geweihten Stim mungen. Schon ehe die Sonne die Vorhänge der Herbst- oder Frühjahrsnebel aufriß, zogen die Pflüge darüber auf und ab. Wie dunkle Wogen überstürzten sich die Erd schollen hinter der Pflugschar, und die Furchen dampften von frischen: Erdgeruch in: Morgenstrahl. Wie ich io den Pflüger hinter den schweißdampfenden, schnaubenden Rossen sah, die sich mit starker, breiter Brust in die Stränge legten und das scharfe Eisen durch den Boden furchten, empfing ich hohe Achtung vor der Arbeit. Und gerade die Arbeitsberührung mit der Mutter Erde lernte ich bei reifender Lebenserfahrung als bestes Mittel schätzen, manches ans der Art geschlagene Großstadtkind, an dem die Erzieherweis heit verzweifeli: wollte, wieder in die gute rechte Art zu bringen. Aus dem Schweiße, der auf den: Acker vergossen ward, sah ich viele schöne Hoffnungen hervorgehen. Dem Pfluge und der Egge folgte der Säemann. Wie ein Gottberufener. In den Dursack, der ihm über der Schulter hing, griff takt- und gleichmäßig die Rechte und schwang sich in weitem Halbkreise, um die Saatkörner mit kurzem Ruck zwischen den Fingern durchgleiten zu lassen, sodaß die braun gelblichen Körnerstrahlen sich rau schend in gleichinäßiger Runde ausbreite ten und unsichtbar werdend zur Erde san ken dicht bei dicht, Korn bei Korn. So viel beinah für den Wurf der kundige Griff, daß auch für die Böglein, die aus Busch und Baun: herbeigeflogen kamen, manch überflüssig Körnlein übrig war, ehe die hinterdreinfahrende Egge die Saut einstrich. Welch eine Würde, welch feierlicher Ernst, welch freies Vertrauen ruhen auf den Mienen des Säemanns, den: das Hin legen des Korns in den Schoß der Erde wie ein Gottesdienst gilt, den er in gläu biger Zuversicht, daß der Same auferste hen wird, verrichtet. Mit gutem Augen maß beniißt er nach der Breite des Wurfs die des Schritts und geht still und an dächtig die Ackerfläche auf und ab. In den: Gefühl, daß der unsichtbare Versorger seine Hand füllt und leitet, dünkt er sich ein Handlanger des Schöpfers zu sein, der :::it wenigen Körnern viele Wesen speist. Unwillkürlich beachtet er das Erwachen und Weben seiner eigenen Seele und denkt daran, wie auch er einst ins Erdreich sinken, sein Leben aber zum Segen für künftige Geschlechter und zu neuem Wachs tum aufgehen wird wie das Korn. Ein Priester darf der Säemann wohl heißen. Denn in: Bewußtsein aller Völ ker gilt das Korn als etwas Heiliges. Die Griechen dachten sich die Göttin der Kornfelder in goldenem Aehrenkranze, und die Nordfriesen die Fosata, deren Hei ligtum einst ans Helgoland stand, mit einer Aehrengarbe in der Linken, wäh rend die Rechte das Schlachtenbeil zum Schuhe für Haus ::>:d Hof trug. Bei den