06 Kirchenpropst Beckmann. Zu den im Kreise Plön bekanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten, die im Jahre 1911 heimgegangen sind, gehört der Hauptpastor Beckmann in Schön- berg, Kirchenpropst der Propstei Plön, dessen Gedächtnis festzuhalten, Wort und Bild dienen sollen. In der alten Landesseste Rendsburg, wo sein Vater als Lehrer und Rektor wirkte, ist Hartwig Johannes Theodor Beckmann am 15. No vember 1840 geboren. Erst siebenzehnjährig, ging er auf die Uni versität, um Theologie zu studieren, und zwar in Kiel und Tübingen. Nachdem erOsternI 865 das theologische Amts examen gemacht hatte, wurde er a»> 2. No- vemberdesselbenJahres kommissarisch und am 26. Juli 1866 end gültig als 4. Kollabo rator am Realgymna sium seiner Vaterstadt angestellt. Der Lehrer beruf war ihm von Herzen lieb, und er hat die Vorliebe für Unterricht und Schule immer festgehalten und betätigt, sei es als langjähriger Orts- und Kreisschuliuspcktor, sei es, daß er mit seltener Selbstlosigkeit neben den eigenen Kindern begabte Knaben aus seinen Ge meinden ausbildete oder für höhere Schulen vorbereitete. Schon am 9. August.1868 wurde er zum Pastor in Westensee gewählt und am 9. September für dieses Amt ordiniert. Die elf Jahre, welche er dort unit den Seinen verlebt hat, haben ein festes und dauerndes Baud zwischen ihm und dieser Gemeinde geknüpft. Nicht minder ver wachsen war er mit seiner zweiten Gemeinde Schön berg, die ihn am 28. September 1879 zu ihrem Hauptpastor gewühlt hatte. Am 27. März 1894 wurde ihm auch die Verwaltung der Propstei Plön über tragen. Es war ein volles Maß von Arbeit, das mit diesen übernommenen Aemtern auf die rüstigen Schultern des tüchtigen und arbeitsfrohen Mannes gelegt war. Die Liebe und Verehrung, die er als treuer Seelsorger bei seiner Gemeinde und als weitherziger Vor- gesetzter seiner Pastoren genoß, die Wertschätz ung, die alle feiner Aufsicht unterstellten Lehrer ihm zollten, die Achtung und das Vcr- trauen, das die von ihm vertretenen Be hörden ihm schenkten, zuletzt und nicht zum wenigsten das Glück, das ihm Gott mit einer großen Familie und treuen Verwandten bescheert hatte, machteu ihm seine Last leicht. Der Tod seiner heiß geliebten Frau vor einigen Jahren war der erste Schlag, der seine Kraft erschütterte, ein Augen- und Herz leiden taten das ihre So mußte der lln- ermüdliche seine Tätigkeit etwas einschiänken. Er gab seine Kreisschulinspektion in, Früh jahr 1910 bei Neuordnung der Jnspekiions- verhältuisse ab. Dabei wurde er für seine treue und umsichtige Führung dieses Amtes mit dem Roten Adlcrorden dritter Klasse ausgezeichnet, der ihm bei Gelegenheit der Spezial-Kirchenvisitatiou in Plön durch den Landrat überreicht wurde. Am 12. Juli 1911 leitete Propst Beck mann noch mit gewohnter Frische und Umsicht die Plöner Propsteiiynode. Die dem Heimgegangenen Näherstehenden merkten