ter Bedeutung sind, ist hinlänglich bekannt, denn die Wirtschaften mit günstigem Wiesenverhältnis sind hinsichtlich der Produktionskraft ihres Ackerlandes im Allgemeinen den wiesenarmen Wirtschaf ten bei Weitem überlegen. Es mutz hier bei naturgemäß vorausgesetzt werden, daß sämtliches gewonnene Heu in den betref fenden Wirtschaften zur Fütterung des Viehs dient, wobei der größte Teil der im Heu enthaltenen Pflanzennährstoffe in den Dünger übergeht, welcher schließlich dem Acker zugeführt wird. Diese Be ziehungen zwischen Wiese und Acker mögen durch einige Zahlen näher veranschaulicht werden. Durch eine Mittelernte von Ge treidekörnern auf 1 Kn werden dem Boden an Pflanzennährstoffen in kg entzogen: Kali — Phosphorsäure — Stickstoff 10 10 60 In einer Mittelernte Wiesenheu auf 1 ha sind enthalten in kg: Kali — Phosphorsäure — Stickstoff 96 25,8 93 Da, wie gesagt, diese Pflanzennährstoffe des Heus bei dessen Verfütterung nahezu vollständig in den Dünger übergehen, so ergiebt sich aus den angeführten Zahlen, daß etwa 1 ha Wiese genügt, um einen ausreichenden Ersatz für das etwa 10 ha Ackerland durch Mittelernten von Getreide entzogene Kali zu bieten, das dagegen durch dieselbe Wiesenfläche nur für die etwa 2 ha Acker durch Getreidekörner entzogene Phosphorsäure genügend Ersatz geschaffen wird. Aehnlich wie mit der Phosphorsäure verhält es sich mit dem Stickstoff, falls letzterer nicht in Folge un zweckmäßiger Behandlung des Stalldün gers großenteils verloren gegangen ist. Die mitgeteilten Zahlen lehren auch, daß die bedeutenden in wiesenreichen Wirt schaften erzeugten Mengen eines kalirei chen, aber an Phosphorsäure armen Dün gers notwendigerweise durch Anwendung von Phosphaten ergänzt werden müssen, um ein der Körnerentwicklung günstiges Nährstoffverhältnis im Boden zu schaffen und so den reichen auf Kosten der Wiesen dem Ackerlande zugeführten Nährstoffvor rat zu einer möglichst hohen Ausnutzung zu bringen. Außer dem günstigen Einfluß der Wie sen auf den Kraftzustand des Ackers bietet eine ordentliche Wiesenbehandlung noch mancherlei andere Vorteile. Zunächst sind die Wiesen im Ertrage entschieden sicherer als das Ackerland, denn die verschiedenartigen, die Wiesennarbe zusammensetzenden Gewächse stellen sehr verschiedene Anforderungen an Boden und Witterung. Eine völlige Mißernte wirk daher auf Wiesen viel seltener beobachtet als auf dem Acker. Ferner liefern die Wiesen bei günsti ger Lage und angemessener Behandlung ein sehr wertvolles und dabei sehr billiges Futter: Dem besten Wiesenheu kann kein anderes Rauhfutter, namentlich was Ge deihlichkeit anbetrifft, gleichgestellt werden, es ist ganz unersetzlich für junge, in der Entwicklung begriffene sowie auch für kranke und durch Krankheit geschwächte Tiere. Auch ist der Nährwert guten Wiesen- heu's ein hoher, so daß bei großen Vor räten an diesem nach guter Gewinnung ausgezeichneten Rauhfutter sehr wesentlich an Kraftfutter gespart werden kann. Billig ist das auf den Wiesen gewon nene Futter aus dein Grunde, weil die Bearbeitung der Wiesenflächen nicht an nähernd soviel Kosten erfordert als die jenige des Ackerlandes. Ein weiteres Mo ment, wodurch gutes Wiesenheu zu einein billigen Futter wird, liegt darin, daß auf Wiesen eine wiederholte Ansamung nicht erforderlich ist. Nach dem Gesagten ist es leicht erklär- lich, daß im Allgemeinen die Reinerträge des Ackerlandes nicht, wie vielfach geglaubt wird, diejenigen der Wiesen überragen. Dies zeigt auch das Grundsteuerklassifika tionswerk des preußischen Staates. Da nach ist der höchste Reinertrag des besten Ackerlandes nicht höher als der höchste Reinertrag der besten Wiesen, nämlich 4,3 Mark für 1 preußischen Morgen; im Durchschnitt des Staates hat 1 Morgen Wiese einen Reinertrag von 4,5 Mark, 1 Morgen Acker von nur 4,4 Mark. Einer sachgemäßen Behandlung der Wiesen ist demnach eine sehr hohe Bedeu tung beizumessen, indem dadurch, wie ge sagt, nicht nur der augenblicklich in hohem Maße beachtenswerten Viehzucht eine wertvolle Stütze gewährt wird, sondern der ganze Wirtschaftsbetrieb eine außer ordentlich wirksame Förderung erfährt. Was der Altmeister Schwerz über die Bc-