Tomas Tranströmer : Zwei Gedichte EFTER DDR ( femdagarsbesök 1990 ) Det allsmäktiga cyklopögat gick i moin och gräset ruskar pä sig i koldammet . Mörbultade av nattens drömmar stiger vi ombord pâ tâget som stannar vid varje station och lägger ägg . Det är ganska tyst . Klángandet fràn kyrkklockornas ämbar som hämtar vatten . Och nâgons obevekliga hosta som skäller pá allt och alla . Ett stenbeläte rör sina läppar : det är Staden . Dar ràder jarnhârda missförständ bland kioskbiträden slaktare plâtslagare marinofficerare järnhärda missförständ , akademiker . Vad mina ögon värker ! De har sett de har last vid lysmasklampornas matta sken . Men vi hör klángandet frän kyrkklockornas ämbar när de hämtar vatten varje onsdag - är det onsdag ? - där har vi för vàra söndagar ! NACH DER DDR ( Fünftagebesuch ) Das allmächtige Zyklopenauge ging in Wolken und das Gras schüttelte sich im Kohlenstaub . Zermürbt von den Träumen der Nacht besteigen wir den Zug der an jedem Bahnhof hält und Eier legt . Es ist ganz still . Das Klangein von den Eimern der Kirchenglocken die Wasser holen . Und der unerbittliche Husten von einem der alles und alle beschimpft . Ein Steingötze bewegt seine Lippen : das ist die Stadt . Dort herrschen eiserne Mißverständnisse unter Kioskhelfern , Schlachtern , Klempnern , Marineoffizieren eiserne Mißverständnisse , Akademiker ! Wie meine Augen schmerzen ! Sie haben gesehen sie haben gelesen beim matten Schein der Leuchtkäferlampen . Doch wir hören das Klangein von den Eimern der Kirchenglocken , wenn sie Wasser holen jeden Mittwoch - ist es Mittwoch ? - von wegen unsere Sonntage ! LANDSKAP MED SOLAR Solen glider fram bakom husväggen ställer sig mitt i gatan och andas pâ oss med sin röda bläst . Innsbruck jag mäste lämna dig . Men i morgon stâr en glödande sol i den halvdöda grà skogen dar vi skall arbeta och leva . LANDSCHAFT MIT SONNEN Die Sonne gleitet hinter der Hauswand hervor stellt sich mitten in die Straße und atmet uns an mit ihrem roten Blasen . Innsbruck ich muß dich lassen . Aber morgen steht eine glühende Sonne in dem halbtoten grauen Wald : dort müssen wir arbeiten und leben . Aus dem Schwedischen von Hanns Grössel . Tomas Tranströmer ( geb . 1931 ) , Schriftsteller und Psychologe , debütierte 1954 mit 17 dikter ( 17 Gedichte ) und hat sich seitdem fest in den literarischen Parnass Schwedens eingeschrieben . In seinen lyrischen Texten trifft man immer wieder auf das Phänomen einer mystisch - modernen Ichlosigkeit und Wirklichkeitserfahrung , verbunden mit sozialem Engagement . Für sein Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet , zuletzt 1988 mit dem Pilotpreis , Schwedens höchst - dotierten Literaturpreis , und 1990 mit dem sog . „ Kleinen Nobelpreis " , dem teraturpreis des Nordischen Rates . An deutschsprachigen Übersetzungen sind die folgenden Bände erschienen : Gedichte ( LCB - Editionen 11 ) , Berlin 1969 ; Gedichte , München / Wien 1981 ; Formeln der Reise , Berlin / DDR 1983 ; Der wilde Marktplatz , chen / Wien 1985 ; Der Mond und die Eiszeit , München 1992 ( Taschenbuchausgabe von Gedichte ( 1981 ) und Der wilde Marktplatz ( 1985 ) ; Schmetterlingsmuseum , Leipzig 1992 ( enthält fünf autobiographische Texte ) . Die beiden abgedruckten Gedichte erscheinen im NordeuropaForum als Erstveröffentlichung .