Wörterbuch. Vicarie —Wandleuchter. 223 tragen wurden. Den Namen hatten die Vicarien von dem Altäre, an dem die betr. Messe zu lesen war; oft war er erst von dem Stifter der Vicarie selbst gestiftet worden. Da sich der Altar mit Zubehör oft in beson derer Kapelle befand, ist oft Altar, Kapelle, Vicarie in ganz gleichem Sinne gebraucht, desgleichen Vicar, Kaplan und süddeutsch Altarist. S. Messe, Altar, Kapelle, Commende. Vielpass vgl. Pass, vielseitiger Chor S61. Vierkanteisen Eisenstäbe von quadratischem Querschnitte. — -pass s. Pass. Abb. 1672. Sehr oft an Kreuzenden, so Abb. zu 2, 444. — -pass, -fries S 72. vierrippiges Gewölbe: Kreuzgewölbe 371,9. Viertelglocke 82, 28 die Schlagglocke, welche die Viertel schlägt. — - к e h 1 e s. Hohlkehle. — -kehlenprofil eines Kämpfers, Kehl leiste. — -stab 316, 17 s. Stab, Rundstab. Vierung das in einer kreuzförmigen Kirche (Abb. 7) dem Hauptschiff und dem Quer schiffe zugleich gehörige Joch. — -sbogen die die Vierung umgebenden Gurtbogen. — -sdachreiter, Dachreiter über ihr. — -spfeiler: die sie stützenden Pfeiler, s. Abb. 179. vigilia der Vorabend. Villa forensis 10, 22 Dorf mit Marktrecht. Vizelinskirchen nach dem Grundriss und der eigentümlichen Stucktechnik (s. d.) höchst merkwürdige gleichartige Gruppe von Kirchen, von Vizelin (f 1154, Bischof zu Oldenburg 1149 —1154) nach 1126 und zwar meist um X150 aufgeführt. Aus Granit (im engeren Sinne Vizelinskirchen zu nennen, weil an ihnen allein die Beobachtungen in genügendem Umfang zu machen sind): Sarau, Bornhöved, Boaau (im von Anfang bischöflichen Gebiete), Schlamersdorf, Süsel (jetzt Fürstent. Lübeck), Warder, Lebrade, Selent, Neukirchen (F. Lüb.), Pronstorf, Ratekau (Lübeck), Leezen, Preetz. Aus Ziegeln: Neumünster, Segeberg, Oldenburg (Ploen, Oldesloe untergegangen). Vliess, das goldene 121,5, her 1429 gestiftete burgundische Orden, voller Grundriss S 55. Vollschlagglocke, Stundenglocke 82, 27. Volute jede schneckenähnliche oder schnecken ähnlich auslaufende Curve. Häufig als Giebel übergang, Abb. 1455. И 61 , auch unter Kan zeln, im Knauf zusammengefasst, vorgekragt = ausgekragt 183, 26. vorgekröpft: sich nach vom auskröpfend 130,13. vorgerichtet 127, 26 ist ein vor der Versetzung an seinen Ort oberflächlich zugerichtetes, aber noch nicht im Besitz der feinen Durchbil dung befindliches Werkstück, vorgetragen 265, 8 vorgeschweift, vgl. Stirn, vorgotisch 334, 38 aus der Zeit vor dem Ein dringen der Gotik. Vorhalle, Vorhaus einer Kirche : der Vorbau vor einem Portale. In Angeln meist vor der Süd seite ; es steht dort gewöhnlich ein Weihbecken darin (Abb. 437). Man hat auch den Namen Frauenhaus, Leichenhaus, Waffenhaus (s. d.); auf Sylt Kalfaster. In manchen Gegenden Schleswigs ist ein Kamin darin S 108. Vorhang in der Kirche S 122. vorknicken s. ausknicken. vorkragen, Vorkragung s. ausgekragt. Vorlage (Anlage) eine gewöhnlich rechteckig vor die Wand oder vor den Körper eines Pfeilers vortretende, sich daran lehnende, vom Boden aufsteigende Verstärkung. Abb. 945. 1195. 1277. Die Portale der spätromanischen und der Uebergangszeit liegen oft in Vorlagen. Abb. 672. 705. 720. 733. 1493- vorluchtet wol = mit einer Lucht (Fensterver glasung) versehen. Ob sich 549, 5 auf so etwas bezieht, also auf Glasmalereien?? Vorsatzstück, Vorsetztafel S 89. 23, 25. 185, 23. 451,8. 502,39 s. Altarvorsatz. Vorschopf 520, 22 s. Heckschauer. Vorstellungen, dramatische S 140. Vortor, ein Tor vor der eigentlichen, im Mauer zug liegenden Stadtpforte. Vortragkreuz 323, 29 Prozessionskreuz, ein bei Umzügen auf einer langen Stange (Vortrag stange 2, 268, 7) vorzutragendes Crucifix. Votivtafel 191, Gedenktafel, Denktafel. Wachtglocke 559, 7. Waffen S 136. Waffenhaus 392,11, Vorhaus. Angeblich so genannt, weil der den Gottesdienst Be suchende da die Waffen hätte ablegen müssen. Wagenschott N. 15 Wagenstall. wagrlsche Kanzeln S 94- Wahrzeichen S 136. Waldnymphen, Walküren 2,512,42. Wallfahrten S 54. Walmdach s. abwalmen. Wandanlage = Vorlage an der Wand. — - arm S 113. 118, gewöhnlich Träger eines Lichtes. Abb. zu 2,230. Abb. 893. — -bemalung S123. blende S73: Blende (s. d.) in der Wand, zur Erleichterung derselben und Ersparung von Baustoff. — -belag S 122. — -bogen = Schildbogen. — -epitaph S 128/9 s - Epitaph. — -felder 345, 34, die Felder zwischen den Lisenen aussen an einer Kirche. — -getäfel S 98, mit Bemalung S 123. — -gliederung, Einteilung der Wand; Gliederung an der Wand, welche meist dazu dient, das Gewölbe zu tragen. — -grab s. Epitaph. — -gurt, Gurt (Schildbogen), welcher an der Wand liegt 292, I. — -kante eines Fensters, die Kante, welche durch das Fenstergewände da gebildet wird, wo es die (131, 1 innere) Wandflucht trifft. — -kapitäl 2,301,37, Kapital einer Halbsäule, eines Wandpfeilers. —- -leuchter S 113 s. Wandarm. Bisweilen sitzen die W. vor einem an der Wand an