220 Wörterbuch, tumultuario opere — Uebergangsstil. tumultuario opere 2, 198 in eilfertiger Arbeit. tunica 2, 167 das Hemde, Leibgewand. Türbeschlag S 118. Türfeld Abb. 470 Tympanon; Türbogenfeld; — flügel S 74f. Türklopfer N. 10. leibung s. Leibung. Turm S61/4 (vgl. Dachreiterl). Turmbogen, der Bogen, welcher die Westwand des Turmes öffnet und so das Tnrmge- mach (s. Gemach) mit dem (Mittel-) Schiff in Verbindung bringt. — -halle 182,34: das Turmgemach, wenn es auch nach den Seiten offen ist. — -joch 2, 7, 14 das Joch, über welchem sich der Turm erhebt. — -kapellen 551, 17 an den Turm angebaute Kapellen. Turnierköpfe N. 17 Köpfe, die beim »Turnier« (einer Art Ringelreiten?) benutzt wurden. tuskisch s. toskanisch. Tympanon s. Bogenfeld. Typus ist das alttestamentliche Vorbild, der Antitypus das neutestamentliche Gegenbild eines Vorganges; so z. B. Isaaks Opferung gegen Jesu Kreuzigung. Oefters setzte man dem Antitypus je 2 Typen entgegen. Sehr reiche Reihe zu Preetz 2, 169L Uber Eck s. Eck. Ueber Eck achteckiger Turmhelm S 62. Abb. 831. Viereck über Viereck über Eck Abb. 1231. Säulen über Eck vor den Ecken einer Kanzel stehend Abb. 1098; 1661, aber Gesimse nicht! Her men S95. Statuen Abb. 1619. Pilaster Abb. 1612. Sockelversetzung über Eck (Umsetzung) Abb. 757 ; vgl. dagegen Abb. 1519. 1643. Aus über Eck liegenden Ziegeln bildet sich das deutsche Band (s. Band). Ueberfragbuch 2, 499 etwa s. v. a. Lehensbuch. Uebergangsstil. Kirchen desselben S 56 f. Der Backsteinbau in Wagrien forderte den Ge brauch des gespitzten Bogens, dessen Kennt nis und Anwendung ein äusseres Zeichen des Uebergangsstils ist. Er wendet ihn jedoch zunächst nur aus Rücksichten auf die Kon struktion an, und es erlebt das Wagrische weiterhin noch einen Rückfall in den strengen Romanismus (s. genaueres Vizelinskirchen. S. 94). Dieser sogenannte romanische Ueber gangsstil entwickelte sich früh in Wagrien, wo er sich an Bischof Gerolds Namen (seit 1156) knüpft (s. Lütjenburg) und um 1180 zu Altenkrempe (ähnlich Eutin) seine schönste Blüte treibt. Die Gewölbe sind spitzbogig, die Bogen aber rund. Jene erscheinen, 1 Stein stark, von oben fast wie Pyramiden, hoch ansteigend; Rippen werden nur als Zuschär fungen angedeutet, wie schon im Romani schen. Doch sind Gewölbe stets noch selten, ausser eben in Wagrien. Daher an manchen Bauten, wie z. B. zu Eggebeck, Rieseby, die ohne Zweifel gleichzeitig sind, gar nichts vor kommt, was sie vom eigentlich Romanischen unterschiede. Nach dem Anfänge des 13. Jahrh. bringt eine kräftige, wie es scheint, von Norden kommende Strömung (got. Uebergangsstil) den Spitzbogen auch als Schmuckform zur entschiedenen Geltung und es kommt Leben, Bewegung und Entwicklung in die einzelnen, seither nach einfacher Ueberlieferung be handelten Bau-Glieder, besonders Fenster, Portale. Die Gewölbe werden zwar noch gewöhnlich in der seitherigen Art behandelt, aber man setzt Rippen, am liebsten sogar gleich acht, an sie an, und der Gewölbebau nimmt überhand. Apsiden werden gespart, dafür tritt eine schöne Gliederung der Ost wand , gewöhnlich mit Dreierfenstern, ein. Im Reinfeldschen bringt man jedoch statt dessen aus dem Vieleck gebildete Apsiden an. Diese Bauart treibt Blüten in den Haupt- t kirchen zu Ripen, Schleswig, Hadersleben, Apenrade, Meldorf, Liigumkloster, in breiter Ausdehnung in Nordfriesland. Kirchenbauten wie zu Brügge, Hansiihn, sind hinter diesem Typus zurückgeblieben, verleugnen jedoch in Einzelnem seinen Einfluss nicht. Die dritte Zeit, welche wir in unserem Texte, allgemeinerer Auffassung folgend, ebenfalls gewöhnlich als Uebergangsstil be zeichnet haben, verdient ebensogut den Na men der Frühgotik. Es ist aber der Gotik hierlands, wie auch anderswo, äusserst schwer gewesen durchzudringen, so früh es auch versucht ist. Sie kam früh selbst an, hat aber noch lange bei der doch verhältnismässig geringen Bau- und Kunstthätigkeit im Lande mit den vorhandenen Kräften arbeiten und dieselben unter Einbringung einiges Neuen und Eigentümlichen gewähren lassen müssen. Dieses Neue und Eigentümliche ist eigentlich nur der ausgebildete Spitzbogen und der noch spitzere Lanzettbogen. Auf diesem bestand die Frühgotik. Das Grundprinzip der Gotik selbst, die gotische Gewölbkon- struktion, tritt dem gegenüber in den Hinter grund ; die hohen Zeltgewölbe wurden zwar verbannt, aber bisweilen ward nur eben der Schein gewahrt, und die Einwölbung fand wie seither mit angesetzten Rippen, nicht zwischen Rippen statt. Die Sache war auch für vernünftige Leute nebensächlich, denn man konnte nicht daran denken, der Regel nach Strebepfeiler anzubringen in diesem Klima und mit diesen Stoffen. Doch besserte sich der Verband; diese Frühgotik führte auch im Granitmauerwerk eine neue Art ein, die von uns Uebergangsstils- oder frlthgotisches Mauerwerk genannt wird und die weiter ent wickelungsfähig war. Wo man dagegen Ziegel hatte, baute man, wenns in Einem Gusse gieng (vgl. da gegen Kiel Nie.; Lütjenburger Chor), auch wol mit Strebepfeilern und von der Ueber lieferung unbeengt.