210 Wörterbuch. Romanischer Stil—Runenschrift. geht auch da wahrscheinlich nichts (ausser dem Westteile zu Warder) vor das u. Jahrh. zurück. Die Blüte fallt offenbar in das 12. Jahrh., in dessen 2. Viertel der Ziegelbau die ersten, zunächst mehrschiffigen Kirchen, besonders im Süden, hervorbringt, während etwa gleichzeitig im Nordwesten der Tuff bau (s. d.) eine reichere Gliederung ermöglicht, der nur vereinzelt der Quaderbau nachstrebt. Der Gewölbebau begnügt, sich mit Wölbung der Apsis, aber in der 1134—38 gebauten Kirche zu Segeberg (gleichzeitig und vom selben Urheber, wie die Kirche zu Königs lutter) tritt ein reiner Gewölbebau in Guss werk auf; im Anschluss an diess Vorbild wölben die granitenen Vizelinskirchen sämt lich auch das Chorquadrat. Andere Werke sind untergegangen (Schlamersdorf, St. Michaelis vor Schleswig). Hierher, eher als zur nächsten Zeit, könnte noch St. Peter und Tönningen gehören. Die Wände sind in diesem Stil stark, die Gewölbe massig. Wie lang er dauert, dafür fehlt es vielfach an der Möglichkeit der Zeitbestimmung, weil einfache Bauten des Uebergangsstils von den einfachen des romanischen nicht sicher zu unterscheiden sind. Zu Lütjenburg, Eutin und Altenkrempe stehen jedoch Kirchen, von denen die erste bestimmt zwischen 1156 und 63, die letzte wenigstens noch vor 1190 ge baut ist; dazwischen die mittlere; diese drei Kirchen sind dem Uebergangsstile zuzuzählen, der hier fast zugleich mit der Einführung des Ziegelbaues sich zu entwickeln begann. Rondel 2, 624, 19, rundes Bollwerk. Rose, goldene 2, 355, 6, ein vom Papste zu ver leihendes Ehrengeschenk. Rosenkranz dient sehr häufig als Umrah mung der Mutter Gottes mit dem Kinde, die gewöhnlich im Strahlenkränze (wie in der Abb. 1320) steht. So Abh. 249. 341, 20. 386, 19. Vgl. 427, 12. Der kleine R. mit 5 Kreuzen und 33 Blumen deutet auf die Zahl von Christi Lebensjahren hin. Rosenkranzaltäre S 88. Rosette, allseits ausgebildeter Fächer oder Mu schel (s. d.). Abb. 122 f. 126. 127. 533. Oft an Leuchtern als -schale, -licht halter. Rost 47, 32, Abzeichen des hl. Laurentius Abb. 1563. Röteln (rotulus, Rädchen), die am Knaufe der meisten gotischen Kelche vorstehenden, in früherer Zeit runden (Abb. 140), später meist rautenförmigen Flächen. Abb. 913. 954. In Abb. 1532 quadratisch. Sie zeigen bis weilen Edelsteine, gewöhnlich jedoch Buch staben (-buchstaben) in Schmelz, meist ihesvs. Hie und da sind die Buchstaben der -Inschriften (wie an Glocken und Taufschüsseln) unverständlich oder fehlerhaft, oft nur fehlerhaft umgestellt. S. Kelchinschr. Rotgiesser, ein Giesser in -guss (Zinn oder Zink mit viel Kupfer). Daraus bestehen die meisten älteren Leuchter. Die Grapengeter durften angeblich den Rotguss nicht an wen den; daher ist apengeter (s. d.) öfters gleich Rotgiesser. Rotstift 2,631, 27 Zeichenstift aus einer rot braunen natürlichen Masse (Rötel). Rotunde 279, 16, Rundbau. Rthlr. (Thlr. Cour.) = 3 Mark lübsch = 3 Mark 60 Pf. Rücklage, Hinterlage, fester Hintergrund 2. 35°. .37- Rückpositiv s. Doppelorgel. Rücksprung s. ausgekantet. Gewände mit Rück sprüngen Abb. 149. Rücktäfelung eines Gestühles 2, 125, 28 die Täfelung seiner Hinterwand. Ruinen S 131. Rumpelkammer vgl. Gerätkammer. Rundbild = Medaillon (s. d.) Abb. 94. — - b o - genfeld, der sich oben ergebende Halb kreis in einer rundbogig geschlossenen Oeff- nung. bogenfries: s. Fries. S 72. — — -bogengotik 2,232, I, eine moderne Richtung, welche Rund- statt der Spitzbogen anwendet, im übrigen gotisierend ist. Rb. ge kreuzt als Fries S72. — -bogenstellung, Bogenstellung (Laube, Arkade) aus Rund bogen 4,8. Abb. 570. 26,2; Reihe von Bogen wie Abb. 401. 542. — Runde Fi guren, solche, die nicht als Relief erscheinen, sondern allseits bearbeitet sind. — -eisen: Eisenstäbe, die nicht als Vierkant, sondern in runden Stäben verwandt werden. gesims s. Gesims. ki r chenS59. r elief 166,19 s.Medaillon. stab. Derselbe kommt, ausser als Säulenschaft, selten frei vor als ganzer Stab; in eine Ecke gelehnt, ist er gewöhn lich Dreiviertelstab, und als solcher, im Rücksprunge umlaufend, charakteristisches Glied des Uebergangsstils. S 76. Abb. 275. Oft erscheint er als halber, Abb. 367. sehr oft als Viertelstab, so besonders als Kämpferprofil S 76 (s. angerundet), als Sockelschluss u. a. m. Ist er aus 2 Kreis teilen mit Kante gebildet, so ist er ein zu ge schärfter^, d.) Stab; in bimförmigem, oft in der Spätzeit nur durch aufgelegte schwache Platte angedeutetem Profil erscheint er als Birnstab (s. d.). Bei der Verkalkung der meisten Kirchen sind Birnstäbe von Rund stäben oft kaum zu unterscheiden. — -stab- gesims, aus einem (halben) R. gebildetes Gesims 316, 19; vgl. Doppelwulst, Taustab, Zopfwulst. — Runde Säule alsGewölb- stütze S 79. — -stück = Medaillon, runde bildliche Darstellung in Malerei oder erhabener Arbeit. — -türme S63. Runenschrift, die Schrift der alten Deutschen und der Skandinavier; bei letzteren in Blüte im 11. Jahrh. 446,40. Abb. 31.