Wörterbuch. Renaissance—Romanischer Stil. 209 Gestaltung und Ausschmückung durch. das Cartuschewerk und was damit zusammenhängt, in die Spätrenaissance über. Von dieser ist der Schritt zum Barock, dessen Ein wirkungen ja schon in allerhand Freiheiten des Aufbaues der Spätrenaissance hervortreten, leicht und anfangs unmerklich. Am Ausgange der Periode finden wir neben ganz besonderer Lust am Ornament und dessen unbändigem Leben, das denn auch, um 1610—20, in manchen Beispielen auf das Pflanzenornament zurückfällt, einige Zurückhaltung und Ein schränkung im Architektonischen, und es steht dann, da man durch keine gleichzeitige Uebung der Baukunst an die Einhaltung strenger Regeln erinnert wird, der vollständigen Auf lösung des Aufbaues, willkürlicher Behand lung und Vereinzelung der Glieder, nichts im Wege. Vgl. weiter Barock. — Ren.- Malerei s. Manieristen. Rendsburger Kanzelart S 95. Reparaturzahlen Jahreszahlen, welche auf eine Herstellung deuten. Resignation 530, 32 Verzichtleistung auf ein Amt. Richtgerät, -schwert S 131. — -(Normal-) mass S 131. Riemenwerk 292,9. Bänder in mannigfacher Verschlingung sind dem Cartuschestil der Ren. eigen, der bisweilen das Ornament wie aus zerschnittenem Leder gefertigt erscheinen lässt ; in geistloserer, aber für den Stil scharf be zeichnender Weise finden sich einfach ver schlungene und gekreuzte Riemchen im Stil der Régence 503, 42. Riffelbild, Culissenbild : Malerei auf einem un ebenen Hintergründe, der gewöhnlich aus senkrechten Stäben gebildet ist, die sämtlich 3 seitige Prismen sind ; dann sieht man von der einen Seite nur die rechten, von der anderen die linken Flächen, die dann ver schiedene Bilder enthalten, meist Kreuzigung und Auferstehung. Man kann auch auf flachem bemaltem Hintergrund in rechtem Winkel ganz dünne beiderseits bemalte Leisten vor treten lassen; dann wird das Bild drei Ge mälde zeigen. Es gibt im Schleswigschen ziemlich viele solcher Bilder, meist aus dem 18. Jahrh., von denen im Texte nur wenige erwähnt sind, z. B. 241,11. 338,34. 357,43. Ring unter einem Säulenknaufe: Wulst, der den Säulenschaft abschliesst. Ringelhaus 2, 358. Ringgraben 2, 230, 2 der statt einer Ringmauer die Stadt umringende Graben. Rippe S 78, ein Bogen im Gewölbe, der den Feldern oder Kappen des Gewölbes, die zwischen die R. gespannt werden, zum Halt dient. Die R. tritt nach unten in der An sicht des Gewölbes fast immer in einem Pro file vor (rechteckig, wulstig, birnstab-, klee blattförmig u. dgl.), bisweilen ist sie nur von Haupt, Baudenkmäler d. Prov. Schl.-Holstein. III. oben bemerkbar (182,11. 2,91,10). Nach der Richtung unterscheidet man Diagonal- (Haupt-) und Quer-, sowie Längsrip pen (Hilfsrippen), Kreisrippen 126,15.— Sind die Rippen nur zum Scheine vorhanden, indem dem Gewölbe nur die Profile angefügt sind, so nennt man das Schein-, Zier rippen, Abb. 182. Rechteckiges R.-profil ist im Süden, wo es selten vorkommt, Kenn zeichen des Uebergangsstils, im Norden aber ist es in der Spätgotik fast allgemein. Uebrigens herrschen im Romanischen und im Uebergang rippenlose Gewölbe mit Zu schärfungen (Graten) statt Rippen, dann Rippen in Wulst-, Kleeblatt- und Spitzbogen profil ; in der Gotik herrscht das Birnstab- profil, meist zwischen Wülsten, Platten, Kehlen, zuletzt folgt, hierlandes nur ganz vereinzelt, ein einfach neben zugeschrägtes (trapezförmiges) oder angekehltes. Später finden sich R. nur noch ausnahmsweise, in verschiedener Gestalt (vgl. Abb. 1252). — R. eines Kreuzes 536, 16 Erhöhung, die auf demselben längs läuft. Roccoco s. Louis XV. Rohrdach S68. Roland. Abb. 973. 1256. So heissen die in vielen Städten, soweit Sachsen gekommen sind, aufgerichteten Steinbilder eines Ritters mit gezogenem Schwerte. Sie sind ursprüng lich Bild des Kaisers, auf dem Markte zum Wahrzeichen davon aufgerichtet, dass er der Stadt wichtige Rechte, besonders Markt und Gericht betreffend, verliehen haf. Auch wo keine Verleihung vom Kaiser unmittelbar nachzuweisen ist, sind sie wenigstens Sinn bilder dafür, dass alles solche Recht von ihm ausgeht und unter seinem Schutze steht. Die gerüsteten Kaakstatuen (s. d.) sind als eine Verdunkelung des ursprünglichen Ge dankens anzusehen. Rolle 2, 17,23 s. v. a. Schriftrolle. Rollfüllungen ein Ornament der spätesten Gotik 43, 19 und des Ueberganges zur Ren., ver wandt zum Schmuck von Füllungen. Am häufigsten im nördlichsten Schleswig. Abb. 209. 622. 1154. 1264. — 87, 1. 212, 45. 213, 2. 229, 10. 360,44. 396, 27. Romanischer Stil. Die grosse Masse unserer Landkirchen ist aus der Zeit des romanischen Stils S 54 — 6; sie bezeugt aber diese Her kunft nur durch die ausschliessliche Herr schaft des Rundbogens. Der Grundriss ist entweder der »einfachste« von quadratischem oder rechteckigem Chore an rechteckigem Schiffe, oder der »eigentlich romanische«, der noch eine Apsis hinzugibt. Die folge richtigst ausgebildete Form, die einen West turm hinzufügt, sind die Vizelinskirchen (s. d.). Die Granitkirchen sind entweder aus unbehauenem oder aus behauenem Stoffe. Jener bietet wol die ältesten Beispiele; doch 14