200 Wörterbuch. Kreuzgewölbe — Küsterstuhl. kreuzenden Rippen bedingt, Abb. 945. Öfters werden diese noch weiter gekreuzt durch quer- oder auch längsgehende Rippen ; man redet deshalb auch von sechs-, acht teiligen Kreuzgewölben. Letztere waren in spätgotischer Zeit im Schleswigischen sehr beliebt. — Das »Einfachste Krg.« zeigt 4 Fächer mit rundlichen, hier meist auch von der Wand ansteigenden, dieselbe also nicht in scharfem Winkel treffenden, schild- bogenlosen (vgl. d.) Kappen und 4 Rippen ohne Profilierung, die ohne Stützung aus den Ecken kommen 347,9. gitter, Gitter aus sich kreuzenden Eisenstäben 71, 8. — -gruppe, igungsgruppe S 142, Cru- cifix mit den Nebenfiguren Johannes und Maria. — -igung S 141fr. — -kirche, Kirche von -förmigem Grundriss. — -lamm S 160. — -lehn, Lehn, das einem -altar gehört. — -linien der Gewölbe, die Linien, in denen sich in einem rippenlosen -gewölbe die Kappen begrenzen. ivebenfiguren s. -gruppe. — -nimbus, Heiligenschein mit eingezeichneter Kreuzform (217, 18. 252. 316), nur den 3 Personen der Gottheit zu kommend vgl. 419, 25. panier, Standarte mit dem Kreuze; oft hält eine solche der Auferstandene in jüngeren Bildern und Reliefs. — - rippen, die Diagonalrippen in einem, besonders mehr als vierteiligen, Kreuzgewölbe. — -stab 396, 17, Stab in Kreuzform, Er kennungszeichen mancher Heiliger. In Fen stern s.v.a.Kreuzstock 2,540,1, — -streben s. Streben. — -tragung S 141. ver band s. Verband. — -vicarie, Vicarie an einem -altar. Kriechblumen s. v. a Krabben. Kring (Kreis) 78, 4 des Kirchspiels: der Platz, wo das Kirchspiel zu Beschlüssen im Kreise Zusammentritt. — -berg 506, 14, wol ein von einem Ringwall eingeschlossener Berg. Krone S 108 ff. 117, Lichtkrone, Kronleuchter. — geter 3,40. N. 5. 17, Messing-, Gelb- giesser. Krönung der den oberen Abschluss bildende Teil eines Epitaphs, Altares, Gitters u. dgl. — Mariä S 150. Kropf, Kröpfung, sich umkröpfen, Aus kröpfung, Verkröpfung. Kröpfen heisst: ein Gesims um eine Ecke herum führen; Kropf ist sowol die Stelle, wo es sich bricht, als auch das Gesims selbst, wo es sich um eine vortretende Stelle vor-, daran her- und zurückzieht. Krucifix S 143 ff. Vgl. Altar-, Fuss-, Triumph- (s. auch Chorbalken), Vortragkreuz. Mit vier Nägeln Abb. 438. 441. 443. Schlank romanisch und frgot. Abb. 220. 252. 510. 519; verkrümmt, roman. und frgot. 515; gotisch, steif 105; spgot. 320; spätestgot. 717; mild 22. 193; Ren. 95; spbarock 91. 350. Crucifixus der Gekreuzigte, vom Kreuz abgesehen; crucifixi die 3 Gekreuzigten (in figurenreicher Darstellung der Kreuzigung). Krug S 122. Krummstab S117 Hirtenstab, Bischofsstab. Auch Aebte tragen ihn. krumpelig 2, 644, 39 unordentlich geknittert. Crypta 2, 383, 14. Krypta 357, 34 unter irdischer, zum Gottesdienst geeigneter Raum unter dem Chor einer Kirche; Gruftkapelle. Kugelknospen in Abb. 605. 849. 928. — -stab 228, 41 Stab wie aus Kugeln gebildet (vgl. Perl-, Kornstab). Culissenbild s. Riffelbild. Kumme (cucuma, Kessel) der obere Teil (Becken) des Taufsteines. Kunstkammer 2, 345, 43. Sieh 2, 355, 26. — -meister N 12 Anm. — -Sammlungen S 137. — -schrank 2,29,7 kunstvoll ge arbeiteter kleiner Schrank mit vielen Fächern und Schubladen. Künstlerbildnisse S 161. Kupferdach S 67. — -schlänge S 159 die kupferne (Luther »eherne«) Schlange des Moses, Vorbild von Christi Kreuzestode. Kuppe: am Taufsteine und Kelche der Oberteil (lat. cuppa, Kufe, Tonne, Becher). Walzig Abb. 1299; stramm 310. 953 f.; eiförmig zu 2, 112; flach halbkuglig 140 und zu 2, 442. Kuppel. Hier hat nur die Kirche zu Warder (2, 387, vgl. 110, 9) in dem aus dem 10. oder 11. Jahrh. stammenden Westteile eine wirk liche Kuppel über rundem Grundriss, oder alle Apsiden haben Halbkugeln. Alle anderen Kuppeln sind Platzl- (böhmische) Gewölbe über viereckigem Grundriss; auch in den aussen runden Türmen der Vizelinskirchen. So 126, 8. Hölzernes scheinbares vieleckiges -gewölbe 536,5. — -Säulen 116, 19 s. ge kuppelt. Curia Rathaus (scherzhafte Ableitung von cura 282). Curien heissen dieEinzel-Behausungen der Stiftsherren, besonders wenn mit dem Amte Gerichtshaltung verbunden war. Curie des Preetzer Klosterpropsten 2, 174, 1. currules (wol von currus) eine Art fahrbarer? Geschütze 2, 447. Curtinen die zwischen zwei Basteien zurück liegenden gradlinigen Teile des Hauptwalles einer Festung. Kusstafel, Pacem, edelverziertes Täfelchen, hinten mit einer Handhabe, das vor der Communion seit dem Abkommen des Friedenskusses den Geistlichen, und später überhaupt den Gläu bigen zum Kusse dargereicht ward. KUsterstuhl 311 das für den Küster (der gewöhn lich auch erster Lehrer ist und dessen Stellung besonders im Schleswigschen sehr angesehen ist) bestimmte Gestühl, in Kirchen, wo Orgeln fehlen, zur Leitung des Gesanges gewöhnlich in der Nähe des Altars.