196 Wörterbuch. Cassettendecke — Kelchinschriften. anstatt einer Säule. Trägerin von Gebälk, Abb. 1210. Kasel, Messgewand (s. d.) der Geistlichkeit, anfangs ein ermelloser Mantel, glockenförmig nur mit einem Loch für den Kopf, später mit Seitenausschnitten für die Arme, daher in getrenntes Vorder- und Rückenstück zer fallend. Abb. 1023. 1610. Cassettendecke. Wo die Deckbalken nicht von unten verschalt werden, die Zwischenräume aber durch Querteilung in quadratische, gleich grosse vertiefte Räume (Cassetten, Käst chen) zerlegt sind, die durch Profilierung künstlerische Gestaltung erhalten, entsteht eine Cassettendecke. Kastell S 130. 2,463. Kasten und Kisten S 106. Kästchen für die hl. Gefässe S113. Kasten eines Altares s. v. a. Schrein 413, II. — -bank = Sitz kasten s. d. Kate (Abb. 977) ländliches Haus, zu dem keine Hufe gehört. „katholisch“ nennt man hier Gegenstände, die aus vorreformatorischer Zeit stammen und den religiösen Gebräuchen der katholischen Kirche zu dienen bestimmt sind oder waren. So Altar 383, 4 : gotischer Schnitzaltar. Каире (oberdeutsch) 2, 107, 5, Dachnase, Dach erker. Cavalierbau 308,1, -haus 463, 24 Gebäude beim Schlosse, das zur Beherbergung des Gefolges vornehmer Gäste dient. Kegeldach , Kegelhelm, kegelförmiges spitzes Turmdach. Kehle S 70 s. Hohlkehle. — Kehle am Dache 392, 8, Dachkehle, der von 2 aneinander- stossenden Dächern gebildete Winkel. Keilstein 428, 36, Stein, dessen Form die Zu gehörigkeit zu einem Bogen bezeugt. Kelch S113—6. Frühgotisch Abb. 106. Halb- kuglige Kuppe Abb. 140, stramme 310, go tisch 16. 154, Ren. 381, barock 789. — -förmige Knäufe S 80 sind aus der Hohl kehle gebildet, Abb. 849. 1346. — -seite s. Brotseite. Kelchinschriften (G. G.). Von nachreformatorischen Kelchinschriften sind im Werke einige gegeben (292. 384. 484 Kranken kelch 2, 494). Die älteren, in got. Minuskeln, seltener in Majuskeln, selten mittelniederdeutsch, meist lateinisch, enthalten bisweilen Verse (soi 15). A. Auf den Röteln der Knäufe, fast stets. Da sind es immer nur die Buchstaben des Namens ‘Jesus’, einmal ‘Jesus Christus’ (474). B. Am Stiele häufig, und zwar I. Heilige Namen: a) Jesus 2,444, 1. 648,1. b) Jesus von Nazareth, König der Juden 2, 486. c) Jesus Christus 112. d) Christus 2, 422, 1. e) Jesus Christus, Marien Sohn 118. f) Jesus Maria 500, 1. 2, 24, 2. 109, I. 109, 2. 263. 327, 2. g) Christus Maria 452. 2, 502. h) Maria 94 (mehrmals). О Mutter Maria 213. II. Anrufungen Gottes, Christi, Marias: а) О hilf, Gott 205. 2,444,1. Hilf, Gott, Jesus Christus 2, 23. — Hilf, Gott und Maria 486. 510. — Hilf, Gott, hilf, Maria 2,114,2. b) Herr, erhöre mein Gebet 88. — О Herr, erhöre meine Stimme 115. 2,453. c ) Gott, durch deinen Namen mache mich selig 108. d) Jesus, hilf uns 498. Jesus, erheb dich 2, 183, 2. e) Hilf, Maria und Johannes 2, 482. f) Ge- grüsset seist du, Maria, voller Anmut. 1) Voll ständig: 2,59,1. 537,1. 682,2. 2) Unvoll ständig: 322. 2, 422, I. g) Sei gegrüsst, wahres Blut (oder: wahrer Leib) 2, 648, 1. C. Auf dem Rande des Busses ringsum laufend. Diese Inschriften enthalten das Jahr, heilige Namen, auf die zum Schmucke dienenden Gra vierungen bezüglich, Anrufungen, Angaben über die Bestimmung und Zugehörigkeit der Kelche, Weiheformeln, Stifter- oder Besorgernamen. I. Heilige N amen : 88 Ecce homo. Hl. Katharina. 2, 108, 1 Jesus Christus. Maria. II. Anrufungen: a) Das [hiermit] gestiftete Gefäss lass, о Jesu, dir angenehm sein. Zum Ruhme des Kreuzes gieb dem Stifter die Freuden des ewigen Lichtes. 115. b) О heil. Laurentius, bitt für uns. 94. III. Bestimmung und Zugehörigkeit. Formel: Dieser Kelch gehört (ist besorgt für) ; es folgt zuweilen bloss Angabe der Kirche, häufig genauer des Altars. 1, 15 (Hochaltar der Kirche des hl. Nicolaus zu Apenrade). 107,1 (Altar des hl. Apostels Jacobus und der Jungfrau Dorothea in der Kirche zu Weklingboren). 107,2 (der Bruder schaft des hl. Leichnams zu Wislingeburen). 112 (Altar des hl. Michael und der hl. Katharina in der Kirche des Herrn zu Barlt). 213 (der Jungfrau Maria). 498 (in die Kirche auf Pilworm). 2, 109, 1 und 2 (Marien zu Quickborn). 252 (für die ewige Messe). 263 (Marien zu Kale- bui). 453 (der Kirche zu Brockdorf). 502 (Altar der Kalandsvicare). 598 (für das Kloster zu Lügum). IV. Weiheformeln: a) der Jungfrau Maria 213. b) zur Ehre des Johannes, zum Lobe Gottes 2, 94, 2, des Leichnams Christi 2, 183,1 der heil. Anna 2, 654. V. Stifter- oder Besorgernamen. Gewöhnlich : procuravit (besorgte), dedit (gab), dicavit (stiftete). 101 (Flerr Heinrich Graen, Domherr des hl.