Wörterbuch. Harpye—heraldische Lilie. 188 Harpye 2, 362, 33, ein Wesen mit weiblichem Oberkörper, Vogelleib und Klauen. Hartbrand 2, 226 Anm., verbrannte, verglaste Backsteine. Hase S iöo. Haube, eigentlich nur geschweiftes, nicht spitzes Dach eines runden Turmes 540, 24. — 568, 2 nur soviel als allgemein: geschweiftes Dach, nach Abb. 270. Hauberg 196, 39. Abb. 294 eig. Heuberge, Statte zum Bergen des Heues. Hauptaltar s. Altar. — -chor 2, 283, 32 s. v. a. Oberchor. — -flügel eines Schlosses mit 2 Nebenflügeln: der Hinterbau (corps de logis). — -positiv s. Doppelwerk. — -schiff 37,33 das Schiff, in dessen Ver längerung der Chor liegt; in mehrschiffigen symmetrischen Kirchen das mittlere, in den Abmessungen gewöhnlich bedeutendere. — -rippen 531,34 in mehr als vierteiligem Gewölbe die Diagonalrippen; die andern sind als Quer- oder Längsrippen zu be zeichnen. — -sockel 12, 28 der Sockel, der dem ganzen Gebäude gemein ist, während einzelne Teile noch besondere haben. Haupttugenden die Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Massigkeit, Stärke; dazu kom men die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe (s. Charitas). Ausserdem unterscheidet man Geduld, Sanftmut, Demut, Beharrlichkeit, Frieden. Ihnen stehen gegen über die Laster. Hauptlaster sind als Gegenbilder: Unglaube, Verzweiflung, Neid, Torheit, Ungerechtigkeit, Unmässigkeit, Furcht, Jähzorn, Frechheit, Übermut, Un beständigkeit, Zwietracht. Abb. 1209 fr. Hausaltar 3, 5 für eine Hauskapelle bestimmter kleiner Altaraufsatz. ausstattungSi35. bau S 133/5. — -diele, Hausflur. — -kape 11 e (s. Kapelle) S133. — - leuchter, kleiner Leuchter für den häuslichen Gebrauch bestimmt. — -leute 2,542,37 die beim Kloster angesiedelten selbständigen Anwohner, aus denen z. B. der Flecken Reinfeld er wachsen ist. Vgl. hullüde. — -marke das an Bauernhäusern in früherer Zeit öfters, jetzt nur noch selten zu findende Zeichen des Be sitzers, Abb. 322, womit dieser auch, wie mit einem Namenszug oder Wappen, von ihm aus gehende (vgl. Giesszeichen) oder ihm gehörige Gegenstände, Hausrat, auch Kirchenstühle u. dergl. versah oder versehen liess S 133. Hausinschriften (G. G.). Diese sind meist aus der Renaissancezeit, gewöhnlich in niederdeutscher, zuweilen in lateinischer Sprache, und zeigen in Sprüchen den frommen Sinn und mitunter derben Humor unserer Altvordern. Im Folgenden sind die im Werke wiedergegebenen übersichtlich zu sammengestellt und, soweit es nicht dort schon geschehen ist, übersetzt. 4. —241 Gott vertrauen, auf ihn fest bauen wird Niemand gereuen. — 358. — 2, 217, 6 Die mir versprechen und nicht geben, die schlage der Teufel, dieweil sie leben. 217, 13 Aeffe (d. h. benimm dich nur wie ein Affe) und gaffe (vielmehr: du Affe und Gaffe, d. i. Gaffer Hpt.), je länger du hier stehst, je später du nach Hause gehst. 219 Nicht für mich, sondern für die Nach kommen. 387 Wir bauen uns hier so fest (an). 465 Gleichwie die nicht Besitzenden (Anklang an 2. Cor. 6, 10). 505 Bleib draussen, oder ich werfe dich auf die Schnauze. 523/4 Schaffet Recht dem Armen und dem Elternlosen und helft dem Unglücklichen und Notdürftigen zum Rechte. Rettet den Geringen und Verlorenen aus der Gottlosen Gewalt. Ps. 82, 3. 4. Haustein, hier s. v. a. behauener Granit; nur selten konnten andere Stoffe (S67) z. B. Trass (Tuff), Sandstein, Kalkstein angewandt werden. Ziegel alsH. S 69. kirche, eine Kirche, welche im Aeusseren behauenen Granit in Quaderform zeigt S 54 f. S 57. S 65. — -sockel, ein aus wol behauenem Granit gefertigter Sockel. Heckschauer, Vorschopf: bei Häusern, wie Abb. 977, in denen das Tor senkrecht unter dem Firstende liegt, der vor dem Tore befind liche, vom Walmdache mit gedeckte, nach vorne offene, doch meist da durch Schranken (Heck) absperrbare Raum. Hegewälder S 129. Heidentum — Judentum S 159. Heidnisches in Bildwerken S 161. —heidnische Heiligtümer S 53. Heilige Quellen S 53. — Geräte, Gefässe Sii3ff. — Heilige als Kirchenpatrone S 82 — 89; in Bildern S 153/59; auf Glocken S 120. Hellebarte 446, 10 eine Lanze mit langer Spitze bewehrt und mit breitschneidiger Axt, deren Rücken mit einer weiteren Spitze ver sehen ist. Helligdal, -vand 20,13. 33, 2°: hl. Thal, Wasser. Helm eines Turmes S62: dessen spitzes Zelt oder Kegeldach. Übergreifender H. Abb. 1498. Helmdecken, -zier Abb. 980L 1113. 1293. St. Helper, Hiilper (Salvator) eigentümliche Darstellung des Erlösers, als Sunte Hulpe, hl. Kümmernis, verehrt. Henkel an der Glocke dienen zum Aufhängen derselben, solche an Erztaufen zum Ver schlüssen, Abb. 236. 776. 963. 1483; öfters sind sie als Masken behandelt, Abb. 1285; zu 274. heraldische Lilie hat die Form wie im bour- bonischen Wappen; vgl. Abb. 1120.