640 J . W . Spbngel , eine weite Verbreitung gefunden , und wenn wir eines der neuern Lehrbücher der Zoologie ansehen , so geht die dort gegebene stellung von den Grundformen des tierischen Körpers oder von einer Architektonik fast immer von Ansichten aus , welche diejenigen Haeckel's sind , auch wenn dessen Ausdruck Promorphologie nicht gebraucht wird . Wie Haeckel sagt , die Erkennung der metrischen Grundform der Organismen • „ richtet ihr Augenmerk vor allem auf die formbestimmenden Achsen und deren Pole " , und wie er in deren „ vorwiegender Berücksichtigung das Verdienst der brechenden Arbeiten von Bronn und der späteren von Jäger " blickt , so gehen auch die Verfasser der meisten modernen bücher der Zoologie bei ihrer Definition der bilateralen und der radiären Grundform von den Achsen und deren Polen und von den durch dieselben gelegten Ebenen aus . Diesem Einfluß hat sich auch Claus nicht entziehen können , der in seinem „ Lehrbuch " ( 2 . Aufl . 1883 * ) ) eine im wesentlichen jener Auffassungsweise sprechende , von der noch in der 4 . Auflage seiner „ Grundzüge " tretenen durchaus abweichende Darstellung gegeben hat . Ebenso geht Goette in verschiedenen seiner theoretischen Konstruktionen von den Achsen aus und legt diesen einen sehr hohen Wert bei , nicht zu reden von Hatschek , der in dieser Richtung bekanntlich sehr weit geht und Kleinenberg zu einem seiner bekannten drastischen Protestausrufe veranlaß te : „ Ich bin kein Achsenzoologe " . 2 ) Dieses Wort hat sich , wie so mancher ihm in seiner Lopado - rhynchus - Schrift entschlüpfte Zornesausdruck , sicher nicht lich auf die den speziellen Anlaß bildende Behauptung seines Gegners bezogen , sondern darf dazu dienen , die wissenschaftliche anschauung des geistreichen und ungemein scharfsinnigen Mannes zu kennzeichnen , die sich gegen jede einseitige und besonders gegen jede schematisierende und scholastische Betrachtung der Tiere lehnte , der weder Morphologie noch Physiologie um ihrer selbst willen anerkennen konnte , dem auch in der Entwicklungsgeschichte ein physiologischer Zusammenhang der Erscheinungen so sicher war wie im fertigen Tier , ja dessen Versuch , die Annelidenlarve von den Medusen herzuleiten , nur aus diesem Gesichtspunkte beurteilt werden darf , eines Mannes also , der — ich weiß es mit keinem 1 ) Die 1 . Aufl . steht mir nicht zur Verfügung . 2 ) Kleineneerg , Die Entstehung des Annelids aus der Larve von Lopadorhynchus , in : Z . wiss . Zool . , V . 44 , 1887 , p . 179 .