Uwiwwim» - DIUMIkJ . Ki . l Lebenserinnerungen . Aus dem Nachlaß von Rochus Freiherrn v . Liliencron . 3m Frühling 1912 beschloß Rochus Freiherr v . Liliencron als Neunziger sein gesegnetes , an Arbeit und Erfolgen ungewöhnlich reiches Leben ; im Äerbst desselben Jahres erschien der 56 . — Schluß - und Register - — Band der „ gemeinen Deutschen Biographie " , des „ Riesenwerkes " , das — wie die Adresse der Historischen Kommission bei der königlich bayerischen Akademie der Wissen - schaften zu Liliencrons neunzigstem Geburtstage bezeugte — für immer die ruhmvolle Inschrift trägt : „ Äier ruht die gewaltige Arbeit des Freiherrn Rochus v . Liliencron . " Mit der Münchener Akademie wetteifernd , hatte in ihrem Festgruß zu demselben 8 . Dezember 1910 die Berliner Akademie die Summe der Existenz des großen Organisators , als Germanist und historiker gleicherweise bedeutenden Forschers gezogen . Neben dem dauernden Wert seiner Leistungen wird in diesen und manchen anderen Kundgebungen , in den Ansprachen , Charakteristiken und Denkreden von Äermann Kretzschmar , Gustav Roethe , Erich Schmidt , Edward Schroeder der Reiz der einzigen Persönlichkeit Liliencrons gerühmt , der sich nirgends überzeugender , schlichter und gewinnender offenbart als in dem Selbstporträt , das die „ liebenswürdigste deutsche Exzellenz " Kindern und Enkeln stiftete : „ Frohe Iugendtage " ( Duncker & Äumblot , 1902 ) . Erich Schmidt hat vor einem Jahrzehnt in der „ Deutschen Rundschau " dieses anmutigen Idylls gedacht , das von Liliencrons Äolsteiner Knabenzeit über Kieler und Berliner Universitätsjahre bis zu seiner Verlobung mit der ihm durchaus ebenbürtigen Lebensgefährtin , Louise Tutein in Kopenhagen , führte . Zu meiner angenehmen Überraschung fand sich bei den Vor - arbeiten zu einer umfassenderen , im Einvernehmen mit der Familie begonnenen Biographie Liliencrons unter seinen , von dessen Enkel Rochus Freiherrn v . Rheinbaben wohlgeordneten Papieren eine Reihe weiterer Kapitel „ Leb ls - erinnerungen " , die an Frische , Laune , stofflichem Inhalt den bei Lebzeiten des verehrten Mannes veröffentlichten Abschnitten seiner Denkwürdigkeiten nicht nachstehen . Grundehrlich , ernster und schalkhafter Töne mit gleicher Sicherheit mächtig , beschenkt der geborene Erzähler die Landsleute in diesen Aufzeichnungen aus den stürmischen Iahren der Schleswig - Äolsteiner Bewegung 1848—49 und aus dem heutzutage halbmythisch anmutenden Treiben an kleinen deutschen Aniversitäten während der fünfziger Jahre mit echten , unersetzlichen Bildern aus der deutschen Vergangenheit , wie sie der berufenste Kenner , Gustav Mit einer Vorbemerkung von Anton Bettelheim .