71 nicht , nimmer , nimmer ! Oder stände es vielleicht so : Die Menschheit könnte ja eine Stufe erreichen , auf welcher ihr das Christenthum eine überflüssige Sache würde , und also hoch gehoben nun einmal , wäre sie vor dem Wiederversinken ewig sicher , auch unbewahrt durch das Christenthum ? Stande es vielleicht so mit der menschlichen Natur ? Da tretet her , Christen , die ihr eö seyd , und die ihr euch nennen dürft er - fahrne Christen , tretet her und zeugt , ob sichS nicht verhalte mit dem Christenthum gerade umgekehrt ? nämlich je mehr nian eS hat , je bedürftiger sey man dessen ? und von Keinem so fest , von Keinem fester werde Jesus gehalten , als ihn halten diejenigen , welche am meisten ihn haben ? Noch kürzer gesagt : das Christenthum macht sich der menschlichen Natur im» mer unentbehrlicher , darum wird es nicht untergehen . IV . Hat aber das Christenthum auch ja unser ganzes äußerliches , öffentliches Leben umgeben , hat dasselbe durchdrungen , hat sich allem bürgerlichen Leben zum Grunde gelegt , — ein anderer vierter Grund , weshalb wir den Bestand des Christenthums mit aller Zuver - ficht erwarten dürfen . Nun , das ist gerade mit der menschlichen Natur in ihrer eignen Sprache geredet : Siehe , die Vortheile hast du beym Christenthum ! Nicht eben wollen wir da jene Vortheile anziehn ,