45 und steinigen Wegen , auf Stein - und Knüppeldämmen fortgeschleppt oder fortgestoßen werden sollen ? Es würde die Pferde hinter den Wagen spannen heißen , unter die - sen Umständen die Verbesserung bei den Wagen ansan - gen zu wollen , und nur aus einer totalen Reform unse - rer Poststraßen kann eine durchgreifende Vervollkomm - nung des gefammten Post wesens hervorgehen . Fast mit Riesenschritten ist der Kunststraßenbau in dem letzten Iahrzehend auch in dem nördlichen Deutsch - land weiter gediehen , ja selbst in dem Königreiche Sach - sen , dessen Regierung es doch bekanntlich , in so vielen Stücken , mit dem Wahlspruche des Amtmann Riemen in Jsfland's Aussteuer : »dasAmt muß sich stets lang - sam zeigen , « zu halten pflegt , sind jetzt die heillosen schlechten Landwege , derenthalben es , besonders was die , nach der Meß - und Haupthandels - Stadt Leipzig führen - den betraf , so lange förmlich berüchtigt war , jetzt in Chausseen umgewandelt worden . Um so mehr aber ge - reicht die fortwährende Vernachlässigung , oder vielmehr ganzliche Unterlassung des Kunststraßenbaues in unserm Herzogthum Holstein , diesem zu Schimpf , Schmach und Schande . Die Klagen darüber werden deshalb auch immer vielfältiger und allgemeiner , und jeder Versuch , da - hin mitzuwirken , daß sie an den Ohren unserer Regierung und Landesbehorden endlich nicht länger verhallen , kann daher nur als ein Erzeugniß der ächtesten und wärmsten Vaterlandsliebe betrachtet werden . Ein Fremder , der sich gewöhnt hat , die mehrere oder mindere Vollkommenheit des Post - und Poststraßen - Wesens als einen Maßstab der Landes - und Geistescultur eines Staats zu betrachten , was muß er sür Augen ma - chen , wenn er unsere Holsteinschen Heerstraßen kennen lernt ! Denn die abscheulichen Unwege , aus die er über - all trifft , die steinigen im östlichen , die sandigen im