41 Trinkgeldes nicht ganz nach ihren habsüchtigen Wünschen befriedigt werden . Diese Grobheit und Dreistigkeit unse - rer meisten Postmeister , Postillons und andern Postossician - ten , ist aber eben so empörend für jeden Mann von Bil - dung , als beleidigend für den geselligen Verkehr , und eben so treffend als witzig sagt daher Kotzebue in seinen Rei - seerinnerungen : »Wahrlich , als Jupiter verlegen war , die Grobheit recht grob zu schaffen , da hauchte er ihr endlich die Seele eines Postillons ein , und siehe , das Werk war gelungen . « Kurz , auch der Ertrapost - Reisende kann in unserem Vaterlande so wenig aus Bequemlichkeit seiner Reise rechnen , daß er sich vielmehr schon bei ihrem Antritt als ein wahrer Märtyrer des Reifens betrachten muß , in - dem er dabei der Erschöpfung seines Beutels , wie seiner Geduld , unzahligen Verdrießlichkeiten , Grobheiten , Be - drückungen und Schrecken , wie der tödlichsten weile , der Marter ewiger Stöße und Durchschüttelungen , der Durchnässung , des Frostes , des Sonnenbrandes , ja so - gar Quetschungen , Bein - und Armbrüchen , und wirklichen Lebensgefahren entgegen geht . Hiezu kommt denn aber endlich auch noch die fort - während so heillose , und mit jedem Jahre licher werdende Schlechtigkeit unserer Poststraßen , auf denen man , im östlichen Holstein auf den unerträglichen steinigen Wegen oder holperigen Knüppeldämmen eben so sehr Gefahr lauft , jeden Augenblick umzuwerfen und Arme und Beine , oder gar den Hals zu brechen , als in dem westlichen , in den Marschgegenden , bei nassem Wetter im grundlosen Morast mit dem Wagen stecken zu bleiben , oder gar selbst bis über die Ohren im Schlamme zu versinken . Diese empörende Vernachlässigung unseres Fuhrstraßenwe - sens verdient daher hier schließlich auch noch , und zwar ganz besonders , endlich einmal die stärkste Rüge , um so niehr , alö auch hinsichtlich des Landstraßenbaues , nicht nur