22 rühmte Schlözer in seinen freimüthigen Staatsanzeigen mit Recht geeifert . Diesen beiden , von oben herab kommenden Haupt - Mißbrauchen gesellt sich nun auch noch ein großes Heer kleinerem zu , die von den Posthaltern , den Wagenmeistern und Postillons herrühren , welche ganz in dem schlimmen Geist ihrer vorgesetzten , mit denen sie vielleicht enger ver - bunden sind , als es seyn sollte , fortarbeiten . Oft wird z . B . Schmiergeld gefordert , obgleich nicht geschmiert wird . Man schlagt es auch wohl aus das Postgeld , und doch fordert alsdann der Wagenmeister noch ein besonderes Trinkgeld . Die unverschämten Forderungen aber , welche sowohl bei den ordinären , als vorzüglich bei den Ertrapo - sten , die Postillons an den Reisenden , über das gesetzlich ihnen bestimmte Trinkgeld , und bei ersteren selbst auch die sogenannten Schirrmeister oder Conducteurs machen , sind eben so allgemein bekannt , als die unangenehmen Folgen , die es für den Reisenden hat , wenn er ihnen dieselben abschlagt , indem sich die Gemeinheit dieser Menschen da - für auf alle ihnen zu Gebote stehende Art zu rächen weiß . Die Bosheit des Wagenschmierers geht dann wohl gar so weit , daß er an dem Wagen des Reisenden etwas beschä - digt ; der Postillon aber läßt ihn seine Rache dadurch ein - pfinden , daß er schlecht und langsam sahrt , ja wohl gar , wie dergleichen Beispiele nicht selten sind , muthwillig um - wirst und vor jedem Kruge , um zu schnapsen , anhält . Bald soll der Reisende nicht vor das Posthaus fahren , sondern sich in einem Gasthofe , von dessen Wirth der Postillon stochen ist , mit Zeit untr Geldverlust aufhalten , bald muß er wieder in das Posthaus , wenn dasselbe zufällig zugleich ein Wirthshaus ist , und was dergleichen schändliche Prel - lereien und Plackereien mehr sind . Wie musterhaft und die , ohnehin doch immer noch so großen Anstrengungen des Postreisenden erleichternd , ist