21 er doch nicht immer mit vollem Seckel , bloß zu seinem Vergnügen , sondern oft und meistens durch Geschäfte , Roth oder Krankheit gezwungen , seine Heimath verlaßt ; dieses , weil durch die wucherliche Vermehrung der Mei - len nothwendig auch das Fuhr - und Botenlohn , welches sich nach der Postmeilenzahl richtet , unverhältnißmaßig stei - gert . Ja es kann dadurch sogar ein ganzer Ort seinen vortheilhasten Verkehr mit einem andem völlig verlieren ; denn der Kaufmann rechnet genau , und der Gewinn für jeden 'Theilnehmenden wird durch diese Erhöhung der Frachtkosten zu sehr verkleinert . Dem Schreiber dieses ist ein Fall bekannt , wo einer Stadt , durch die Anlegung eines einzigen Chausseehauses mehr , ihre ganze bisherige Holzzufuhr entzogen , und einer andern , naher liegenden zugewandt wurde . Ja selbst hinsichtlich militärischer Ver - Hältnisse hat im Preußischen jene Schulenburg'sche Vermehrung der Meilenzahl die nachtheiligsten Folgen her - vorgebracht . Wenn z . B . vordem eine Stadt von der andern nur vier Meilen entfernt war , so legten bei Durch - marschen die Truppen diesen Weg stets in einem Tage zurück . Nun aber machte man fünf Meilen aus diesen vieren , und bald ließ kein Offizier sich mehr gefallen , die - sen Weg , der doch um keinen Schritt länger geworden war , in einem Tage zu machen . So entstand denn schon in dieser kleinen Entfernung eine Etappe mehr , und der Ko - stenaufwand , welcher dem Lande dadurch zuwuchs , wird wohl niemals durch den Gewinn an Postgeld eingebracht . Bei dem Postgelde , sowohl der ordinären , als beson - ders auch der Ertraposten , findet dieselbe Prellerei der Rei - senden , wie bei jener willkürlichen und rechtswidrigen Verkürzung der Meilen Statt . Selbst in Zeiten , wo die Fourage - Preise doppelt so hoch waren , als jetzt , war das Postgeld nicht höher . Gegen die Stationsgelder hat bekanntlich schon vor vielen Jahren der verstorbene