'2 . Das Holsteinische Fuhrpost - Wesen . I^och weit mangelhafter und gebrechenvoller , als das Briefpost - Wesen , ist die Verfassung des Fuhrpost - We - sens in unserem Holstein , wahrend auch hierin jetzt selbst das übrige nordliche Deutschland jene große Vervollkomm - nung erreicht hat , deren unser Süden bekanntlich schon längst sich erfreute . Wohlfeilheit und Schnelligkeit sind , wie bei der Briefpost , so auch bei der fahrenden so - genannten ordinären sowol , als Ertrapost , Hauptbedingun - gen einer guten und zweckmäßigen Organisation . Eine dritte kommt aber hier noch hinzu , nämlich die der möglichsten Bequemlichkeit für den Transport der Pas - sagiere . Jemehr eine Regierung oder Postadministration in dieser dreifachen Beziehung bemüht ist , bei der Einrich - tung ihres Postwesens auch den Personen - Verkehr zu erleichtern , desto größern Vortheil wird sie natürlich , unmittelbar so gut , als mittelbar , davon ziehen . Äenn es findet hier ganz dasselbe Verhältniß in Ansehung der Reisenden , wie bei der Briefpost in Betreff der Briefe Statt ! Je theurer , je langsamer und je unbequemer die fahrenden , ordinären und Ertraposten eingerichtet sind , desto mehr ist man darauf bedacht , statt ihrer andere Fuhrgele - genheiten zu suchen , oder das Reisen überhaupt möglichst zu sparen ; so wie sich dagegen , umgekehrt , bei möglichst wohlfeiler , schneller und bequemer Förderung , die Anzahl der Postreisenden eben so sehr vermehrt . Die un - bestreitbare Wahrheit dieser Behauptung liegt jetzt fast in 2 *