6 telbar erfreut sich so des öffentlichen Genusses dieses Jn^ stitutes selbst diejenige Menschenklasse , welche zu eignem Briefwechsel , sich seiner am seltensten bedient . Wie sehr und wie allgemein würde die unermeßliche Wohlthat des Postwesens empfunden und gepriesen wer - den , wenn einmal , nur einen Monat lang , aller Posten - lauf unterbrochen wäre ! Durch die Post kann jeder gebil - dete Mensch , in jedem Winkel des Landes , sich in den Stand setzen , binnen wenig Wochen einen für ihn höchst wichtigen Bernunstschluß zu machen , wozu er vielleicht den einen Vordersatz aus Lissabon oder Neapel , den ande - ren aus Stockholm , Petersburg oder Moskau holt . Ein einziges weit - und vielgelesenes Tageblatt , welches die Post uns bringt , giebt uns Nachricht , nicht nur aus dem Baterlande , sondern auch aus den entferntesten Weltge - genden . Wie wichtig , wie nützlich ist dies ! Ohne Hülfe der Post aber könnte es nicht zu Stande gebracht , ohne sie nicht schnell und allgemein genug verbreitet werden . Die Mittheilung unter den einzelnen Gegenden und Or - ten auf dem Erdball geht Hand in Hand mit der allge - meinen Entwickelung des Menschengeschlechts . Also ist die Post ein Hauptring in der großen Kette von Ursachen und Wirkungen in menschlichen Dingen . Wer ihr dient , in irgend einer Beziehung , dient der Menschheit ! Wie das Licht und die Warme sich verhält zu dem thierischen Leben , so die Schreib - und Buchdruckerkunst , das Geld und die Post zu dem geistigen und geselligen Leben der Menschen in dem Stande der Cultur . Die Post dient demnach unermeßlich für jede Art menschlicher Zwecke ; sie ist eines der nothwendigsten , wirksamsten und allgemeinsten Mittheilungs - und Verbreitungs - Mittel jeder gebildeten Nation , in ihren äußern wie in ihren innern Verhältnis - sen . Zwar gewinnt das Postwesen nicht , wie die Rede - kunst , Kriege und Länder ; aber es dient beiden , zu dem