5 Mittel des gesellschaftlichen Verhältnisses erwägt und bc - stimmt . Es gehört zu den Aufgaben des Staatsmannes unserer Zeit , jeden Gegenstand , wie jedes Verhältniß des geselligen und Staats - Vereines , nach der Zweckmäßig - keit zu ordnen , also nach der Beziehung , welche der Ge - genstand auf die Verfassung und Verwaltung des Staates hat . Auch das Postwesen hat solche Beziehungen , und es dringt in die besondersten und kleinsten , wie in die all - gemeinen und größten Verhältnisse ein , ja es durchdringt sie . Das Postwesen ist eine der wichtigsten Wirkungen des Fortschreitens der Menschheit , und zugleich wieder eins der wirksamsten Mittel , dasselbe zu befördern ; ja man konnte sagen , die Post sei , nebst der Schreib - und Buch - druckerkunst für die Mitglieder aller civilisirten Nationen gleichsam ein sechster Sinn geworden . Denn ihr Gebrauch ist unentbehrlich für alle physische , intellectuelle , ästhetische und sittliche Cultur , so wie für die Staaten selbst , nach allen ihren Beziehungen . Papier , Schreibkunst und Post setzen Jeden in den Stand , Gedanken , Wünsche , Hossnun - gen , Empfehlungen , Empfindungen , Plane , Forderungen , Entdeckungen und Erfindungen in dieser Zeit so schnell und sicher , wie es zuvor noch keine andere Gewalt über den Menschen vermocht hat , in die Ferne zu senden , oder aus ihr zu erhalten . Handlung und Gewerbe , Wissen - schaften und Künste , gemeinnützige Anstalten und selbst die graßte und nützlichste derselben , der Staat , können unter den jetzigen Verhältnissen ohne den Dienst der Post nicht gedeihen . Ohne ihn kann in der Ferne die Liebe , wie die Freundschaft , nicht gepflegt , der Trieb zur Gesellig - keit nicht befriedigt , und das Notwendigste von Staaten wie von Einzelnen , nicht erkundet werden . Schwerlich ist in Deutschland ein Dörfchen , wo nicht wenigstens ein politisches Tageblatt , meist auch ein Wochen - oder Regie - rungsblatt gelesen würde , welches die Post liefert .