11 Wohlfeilheit ist also auch eine der ersten Grund - bedingungen eines wohleingerichteten Postwesens über - Haupt , wie des Briefpost - Wesens insbesondere . Ja , sie ist das eigne und höchste Interesse desselben , denn die Anzahl der Briefe mehrt sich unglaublich , wenn das Porto so bil - lig ist , daß es die öffentliche Meinung nicht gegen sich hat , und bei den Meisten in ihrem Briefwechsel nicht sonderlich in Anschlag kommt . Wer bezahlt nicht lieber an jedem Posttage einen Thaler für zwölf Briefe bei wohlfeilem Porto , als eine Mark für einen einzigen Brief bei theurem Porto ? Wie Mancher treibt das Briefschreiben nur aus Gewohnheit , zum Vergnügen und zur Unterhaltung ! Hier - auf aber leistet man Verzicht , sobald es durch zu hohe Preise erschwert wird . Ueberhaupt giebt man lieber öfters in kleinen Sätzen , und auf diese Weise im Ganzen wirklich mehr aus , als in großen Sätzen auf einmal . Aber auch in Hinsicht auf die wirkliche Geschäfts - Correspondenz , verliert die Post offenbar in eben dem Grade an der Zahl der Briefe , in welchem sie das Porto mehr als billig und erfoderlich ist , erhöht . Denn selbst das Be - dürsniß laßt ja Einschränkungen zu . Man faßt dann in einen Geschäftsbrief zusammen , was man , bei wohl - feilem Porto , in mehreren geschrieben haben würde , und überdies ergreifen alsdann Viele jede andere Gelegenheit für ihren Briefwechsel , um dem Postwucher zu entgehen . Der Staat gewinnt also ganz unläugbar durch die Post in eben dem Maaße mehr , in welchem er ihren Gehrauch dem Volke erleichtert , und nur engherzige und kurzsichtige Plusmacher vermögen gegen dieses weise Princip zu han - deln . Diese cameralistischcn Myopen kennen überhaupt kein Geld , als das , was ihnen zunächst , unmittelbar und handgreiflich'sichtbar ist . Des Geldes , das sie nicht sehen , das umläuft , ist aber weit mehr . Der Staat soll die Post als das große allgemeine