882 Zarchi . Jardins . det , ist , daß sie die Abgötterey , und namentlich den Dienst und die An - bethung des Camus und Fotoko gebiethen . Er stellet die Abscheulichkeit der Abgörterey sehr wohl vor , und setzet sie auf die höchste Staffel , wo - hin die Beleidigungen steigen können , die man Gott erweist . Er be - weist dieses durch das Beyspiel der Aufrühre ; denn er saget , daß das größte Verbrechen , das man wider einen Regenten begehen könne , dar - innen bestehe , daß man ihn seiner Gewalt beraubet , und sie einem an - dern giebt . Sicut nulluni crimen in Regem ac Principem poteft gra - uiiis admitti , quam enm e fiio regno pellere , e regiae dignitatis gra - du deiicerc , et alinm in fummum regiae aniplitudinis faitigiiini eue . here , ita fmnina eft in Deum ininria , fummum in eiun fcelus ad - mittitiir , cum diuinns honor , et cultus , quiipfi foli debetin : , in alium transfertur , ipli detrahitnr , alii tribuitur . Bibl . Selefl . Tom . I . Libr . X . cap . VI . p . W - Siehe auch Penfe'es diverfes fnr les Lome , tes , p . 340 . 390 . Der andere Mangel dieser Gesetze ist , daß , da sie den Bonzen den Gebrauch der Frauen sehr strenge verbiethen , sie ihnen die Knabenschändcrey zulasse» . Sie untersagen ihnen jenen Gebrauch , als eine unflätige und verfliichenswürdige Sache , und erlauben den andern Gebrauch , als eine ehrbare und heilige Sache . In Bonziis omnem cum foeminis concnbitum , vt rem foedam , turpem , et deteftabilem da - tnnant : at vfum piierorum permittunt , iino in eisdem Bonziis coi - tum cum pueris approbant , vt rem honeftam et fan & am . Ebendas . Possevii , zeiget die Abscheulichkeit der Sodomiterey durch viele Gründe . Der dritte Mangel ist , daß sie , da sie gewisse Thiere zu tödten ver - biethen , die dem Camus und dem Fotoko geweihet sind , den Menschen erlauben , sich nicht allein unter einander zu ermorden , sondern auch ihre eigenen Mörder zu werden . Sie setzen nicht allein voraus , daß dieses eine den genannten Gottheiten angenehme That , sondern auch der wahre Weg zur Vergötterung sey : und daher kömmt es , daß sich eine sehr große Anzahl Japaner selbst umbringet , indem sie sich entweder ersäufen , oder verbrennen , oder vergraben , oder von einem hohen Felsen herunter stür - zen . Viele schneiden sich auch , wegen ganz geringer Ursachen , den Bauch auf ; und viele Mütter tödten ihre eigenen Kinder . Possevin zeiget die Unbilligkeit dieser Aufführung , p . 436 . Der letzte Mangel , den er ta - delt , ist , daß die Gesetze von Japan enthalten , man könne durch die ein - zige Anrufung des Namuamidabut , oder wenn man ausruft : Foren - guelio , alle Gattungen der Sünden verbüßen , ohne daß man der Reue nöthig habe . Die Japaner , fährt er fort , reden weder von genugthuen« den Strafen . noch von guten Werken ; sie geben vor , daß dergleichen Dinge dem Verdienste des Xaca und des Amida schimpflich sind , die sich zureichend über die Sünden der Menschen betrübet , und dieselben durch ihre erlittenen Marter ausgesöhnet hatten . Diese Lehre öffnet der Sünde Thür und Angel ; denn da nichts leichter ist , als eine Anru - fuug , oder ein Gsschrey auszustoßen , so ist man versichert , allen Strafen n leicht zu entgehen , die man , nach Begehung der allergrößten Lasier , efürchten haben würde . Possevin zeiget x . 437 ganz deutlich die Ab - scheulichkeir dieser Lehre , und die gefährlichen Wirkungen , die daraus sprungen sind . Es darf kein Leser befürchten , sich zu bekriegen , wenn er hier die Rechts - frage durch einen Verdammungsspruch entscheidet ; allein wenn man sich wagte , das Recht mit der Geschichte zu verbinden , und den Ausspruch zu thun : daß die Lehre der Bonzen ganz und gar so sey , wie sie Possevin vorstellet , so kann man billig befürchten , man werde sich übereilen ; denn kurz , man muß die Leute niemals auf das Zeugniß ihrer Feinde verdam» men : es ist nöthig , sich zu erkundigen , ob sie es auch gestandig sind , daß man ihre Lehre getreulich vorgestellet habe ? Dieß würde aber sie nicht treulich vorstellen heißen , wenn man bey dem Buchstaben einiges Gest - tzes stehen bliebe , ohne dabey die Auslegungen der Lehrer in Betrachtung zu ziehen . Man würde , vermittelst eines solchen Weges , den allerver - liünftigsten Religionen Alberkeiten die Fülle beymessen . Es giebt ge - wisse harte Redensarten in der heil . Schrift , die man mit Unrecht , als Gesetze der Christen würde betrachten lassen ; denn sie nehmen sie nicht nach dem buchstäblichen Verstände , sie erklären und mildern sie durch an - dere Stellen , und nach der Ähnlichkeit des Glaubens . Man müßte wissen , ob die Bonzen , in Ansehung einer oder der andern , von den Ver - ordnungen ihrer Gesetzgeber , auf solche Art verführen . Ich werde feine Schwierigkeit machen , zu glauben , was man von den Berriegereyen und scheinheiligen Verstellungen dieser Götzenpsaffen erzählet : allein ich hal - te für wahrscheinlich , daß sie ihre Lehre so wohl , als ihre Aufführung , durch einigen Schein der Strenge verdecken ; und vielleicht kann man nur einigen von ihnen zueignen , was Possevin dem ganzen Körper ihrer Secten beymißt . Es haben sich Mönche gefunden , welche vorgeben , daß die allergrößten Bösewichter durch die bloße Anrufung der Jung - frau Maria selig geworden sind . Die Ausschweifung derer , die von dem Schatze des AMasses reden , und sagen , daß die Verdienste der Heiligen , und ihre iibevflufügen guten Werke , vielen Sterblichen anstatt der Buße dienen , würden denen Nachrichten gute . Capitei darbiethen , die ein fei * sendet Japaner herausgeben wollte . 'Wäre es nicht ungerecht , wenn man alles dieses für Artikel des christlichen Glaubens verkaufen wollte ? Noch einmal , ich möchte gerne wissen , waS die Bonzen auf diese Frage antworten würden : lehret ihr dasjenige , was euch Possevin schuld giebt ? Eben so gerne wollte ich die Historie sehen , die sie von der Einführung des Christenthums in ihren Inseln und dessen Ausrottung gemacht ha - ben würden . Und wenn sie dieselbe gemacht hätten , nachdem sie dieHi - storie de« P Solier und des Abts von T . gelesen : so würde sich die , Ver - gleichung noch mehr der Mühe verlohnen . . 3tU'd [ ) t oder Iarhl , ( Solomon ) ein berühmter Rabbin , lebte im XII Jahrhunderte ( A ) . Sein wahrhafter Name jstIjaaki „ Unterdessen haben einige , wegen dieses falschen Namens , Jatfyi geglaubet , daß er von Lunel in Languedoc ge - „ wesen ; allein er war von TroyeS in Champagne , wie es Rabbi Gedalia lind die meisten andern jüdischen Zeitrechnungsschrei - „ ber versichern - - - Seine Bücher werden von den Juden sehr hoch gehalten ( B ) , und man kann sagen , daß dieß ihr „ großer Scribent ist . , , Sie fügen manchmal den Büchern , die sie die fünfBande ndnnen , die Auslegungen des Nasci bey , welcher ihr großer Scribent über die Vwel ist , rveil er in ihrer Gorteogelahrtheit und in ihren Traditionen sehr ge - lehrt ist h Der P . Simon , der alles dieses saget , hätte wohl gethan , wenn er bemerket hätte , daß der Rabbi Rasci und der Rabbi Iarchi , oder Jsaaki , eine Person wäre . Man nennet ihn auch Isaaciteo . Siehe unten f . a ) Simon . Hift . Crit . du Vieux Teftament , p . m . 545 . b Ebendas . 514 S . 2 Spalte , <• ) Ich gebe den Artikel eben dieses Rab - bi , unter dem Worte JsaaciteS . ( A ) Er lebte im XII Jahrhunderte . ^ P . Simon giebt ihm dieses Alter , p . 545 seiner crit . Hist des A . T . Einige setzen seinen Tod ins , ioy Iaht . Siehe Königs Biblioth . p . 4 - Z - Andere lassen ihn im XIII Jahrhunderte , und zu gleicher Zeit mit dem Maimomdes leben . Ebend . Allein man merke , daß König , welcher ihn , p . 496 . nach HotttngetS Meynung , ins XIII Jahrhundert sehet , nicht mit der gemeinen Mey - mmg überein kömmt , die ihn ins XII sehet . Andere geben vor . daß er im XIV Jahrhunderte gelebet ; ( ttoornbeck . contra Indacos , p . . 7 . ) denn sie sagen , er sey mit den andern Juden , durch den König Phil : ? ? den schönen , aus Frankreich verjaget worden : nun ist der Befehl dieses Monarchen den 22 des Heumonats , izs ? , gegeben . Mezerai , Abrege Chronol . Tom . II . p . m . 799 . Hoornbeck fetzet voraus , daß dieser Rab - hinein derselben Zeit aus Frankreich verjaget werden . Er läßt ihn zu Lunel in Languedoc gebohren werden , und beobachtet , daß dieses eine Stadt ist , wo allezeit viel Juden gewesen . Hier ist sein Beweis : Vr . de in epiftolh Gregorii , libr . 5 . epiß . 21 . Venantio Epijcopo Lurtenß infcri . pta ita ineipit : multormn ad nos relatione peruenit , aludaeis in Lu - nenfi ciuitate de gentibus ad feruitinm Chriftiana detirieri maneipia . Hoornb . contra Iudaeos , p . 7 . Dieß ist ein großer Schnitzer : denn Lunel in Languedoc ist niemals eine bischöfliche Stadt gewesen . Der Pabst Gregorius versteht an diesem Orte Luna , eine italienische Stadt , im Toseanischen . Man sieht die Schutthaufen derselben an dem Ein - flusse der Magra . Ihr bischöflicher Sitz ist vom Pabste Nicolaus dem V nach Sarzana verleget worden . Miraeus , Geograph . Eccleliaft . pag . 236 . CB ) Seine Bücher werden von den Iüden sehr hoch ten . ] „ Wir haben seine Auslegungen über die heil . Schrift in den Bi - „ beln von Venedig und Basel . Man hat auch den Text des Talmuds „ mit seinen Glossen , oder Auslegungen über dieses große Buch gedruckt . , , Simon , Hift . Crit . du Vieux Teft . p . m . 54 ; . Brun , in der wahrhaft ten Religion der Holländer erzählet p . 124 . daß er Juden 51t Dour - Seaux gesehen , welche aus dem Andenken des Solomon Iarchi noch einen Abgott gemacht , der wegen der gelehrten Anslegnn - gen , die er so wohl über die heilige Schrift , als den Talmud , gemacht , ver allerberühmteste unter allen ihren Rabbinen sen , daß sie mich versichert , saget er , entschlossen ju feyn , ehestens eine Reise nach JLuneUe ( er sollte sagen Äunel ) nickt weit von VTv mes , ju thun , um den ( Det ; u sehen , wo dieser große Mann ge - bohren worden . und wovon er den Namen gesühret 1 * ) , und daß sie sich bemühen wollen , daselbst jw wohnen , welches fic leicht ; u erhalten glaubten . ( * ) Iarcha heißt auf hebräisch der Mond , gleich als wenn man ihn Iarchi für Tunelle genennet hätte . Jardins , ( Johann Des ) Leibarzt Königes Franciftus des I . Siehe Horcensiuo . Jardins , ( Maria Catharina des ) ist wegen ihrer Romanen berühmt ( A ) , und hat im XVII Jahrhunderte geblühet . Sie «war zu Alen<on , einer kleinen Stadt , gebohren , wo ihr Bater prevor gewesen . So bald sie neunzehn Jahre alt war , zog sie ihr weniges Vermögen in Betrachtung ; und kam , weil sie grm war und eben so viel Wch , als Ehrbegierde besaß , in der Ab - sicht nach Paris , sich daselbst bekannt zu machen , und lhr verandern . Sie betrog sich hierinnen nicht gänzlich . Sie inachte sich durch ihren Witz gar bald bekannt ; und man suchte Bekanntschaft mir ihr zu haben , villedieu , ein wohl - " gestalteter und ziemlich bemittelter Edelmann , war einer von den ersten , der die Jungfer Des Jardins kennenlernte . Er schaß - " te sie hock , er liebte sie , ob sie gleich nicht schön war , und heirathete sie : allein , zum Unglücke , starb er einige Zeit hernach . D«e 'arme Frau begab sich vor Betrübniß in ein Kloster ; allein , nachdem sie ihren schmerz darinnen ein wenig gestillet hatte , so " qima sie wieder heraus : sie gicng wieder in die Welt , und verheiratete sich zum andernmale mit dem Herrn de la Chate , den , ' , sie auch begraben ließ . Sie sagte , vor Betrübniß über dieses neue Unglück , den : ehlichen Stande gänzlich ab , und entschloß , ^sich ihre übrigen LebenStage in der Buhlerey zuzubringen . Sie sing also an , den verliebten Erklärungen der Buhler Gehör «zu geben ; und ihnen durch Verse und Briefe zu antworten , worinnen ein feines und zartes Wesen herrschet Der Scribent , der mir diese Erzählung darbiethet , hat viel Sachen ausgelassen ( Ii ) , und ist wegen der Zeitumstände nicht aufmerksam sen ; denn er will , daß sie den verliebten Geschwäßen nicht eher Gehör zu geben , angefangen habe , als nach dem Tode ihrer bey - den Ehmanner : allein es haben mich viele Leute versichert , daß dieser Zeitpunct übel gesetzt ist , und daß die Buhlerey dieser Frau niemals kleiner gewesen , als zu der Zeit , davon er redet . Eö hat in den spanischen Niederlanden eine Jungfer Deo ^ardino m>c