572 Gardie . ben , nicht edel , und au« einem Dorfe , entsprossen gewesen , so wurden sich Carl der IX , und Heinrich der IV , der Schreibarl nicht bedienet ha - ben , die sie gebraucht , wenn sie an ihn geschrieben . Die Abgesandten von Frankreich , weder des Kaisers Rudolphs , noch seiner Mutter Maria , noch des Königes Friedrichs von Dännemark , noch der Radzivile , noch der Zamoskyer zu gedenken , würden ihm nicht alle Ehrenbezeigungen , die in ihren Briefen erscheinen , erwiesen , und mit vielem Eifer seine Freund - schaft zu unterhalten , gesucht haben . Dieser Grund ist nichtig : denn so bald ein Mensch die höchsten Aemter , und die Gnade seines Herrn be , sitzt , so suchet ihn jedermann ; die andern Prinzen vergessen nichts , ihn zu anvinnen ; man hat keine Acht auf seine Herkunft : man betrachtet nur den gegenwärtigen Stand , und dasjenige , was nutzen oder schaden kann . Wem sind wohl die Schmeicheleyen Carls des V , gegen den Bischof von Wolfey , den Sohn eines Fleischhauers , unbekannt ? Zum Beschlüsse wollen wir sagen , daß die meisten Edelleute in Frank - reich vom Dorfe sind . Sie werden auf einem Schlosse gebohren , das nahe bey einer kleine» Herrschaft liegt , die ihrem Vater zugehörer . Und es giebt viele Familien ohne Titel darinnen , die niemals bey Hofe , und in wichtigen Bedienungen der Provinz erschienen , und gleichwohl von einem sehr alten Adel sind ; sie können ihr Geschlechrregister von drey bis vier hundert Jahren herführen ; sie find von einer Seite mit den ten Hausern verwandt . Dieses könnte man bey dem Geschlechte nnsers Pontus auch voraussetzen . Ich bemerke , daß weder der Ort noch die Zeit , wo er gebohren worden , vom Oernhielm hat angezeiget werden können , welches zu verwundern ist . ( B - ) llitö ihm einen verständigen und tapfern Ferrn zugabt eimine clementiae , lore libertati dignitatiquc priftinae rcßitiut . Eideinquc , praeter caetera argumenta duraturae in pofterum beneuolentiae , PONTVM DE LA GARDIVM concedit , virum in negotiis pacis ac belli fpeflatae induftriac , vt eiu» vteretur opera , vbicunquererum magm - tudo pofeeret . Ein wenig darauf , führet er auf der l ? Seite diese Stelle des Jolivet , des Verfassers einer schwedischen Historie , an : „ der Herzog Johann , ein verstandiger und weijer Prinz , der das Gemüthe , ' den Geist , und die Gebrechlichkeiten des Königes , seines Bruders , sehr «wohl kannte , hat endlich seinen Befehlen nachgegeben , und die Verrich - . . tunq dieser großen und mühsamen Bedienung übernommen . D>ep war „ das Amt eines Unterkönigs , GenerallieutenantS , und Stadthalter« „ von Schweden , und der bcyden Goth'ande . Allein er hat ihm offen - . . herzig vorgestellt , daß ihn seine lange Gefangenschaft um alles gebracht , „ nicht allein um alle die treuen Diener , sondern auch um die alte mü „ gute Fertigkeit und Erkenntniß , die er bey Hofe gehabt , und hat seine Majestät sehr inständig gebethen , ihm einen getreuen Rath und würdigen I'Beystand zuzugeben , auf den er sich sicher verlassen , und der ein bewährter Wae und Gefährte seiner Verrichtungen und seines Betragens , eyn könnte Da seine Bitte billig war . so hat ihm Erich den Pontus de I'la Gardie , oder de la Garde , einen französischen Edelmann von Geburt , . . den er wegen seines Geistes und seiner Herzhaftigkeit sehr liebte , und ' . ihn dermaßen in seinem Staate befördert hatte , daß er sich seiner ssen Rathschläge , bey ben allerwichtigsten Geschafften bedient , ganz „ willig zugegeben hat . » Florimond von Remond erzählet dieselbe Sache , aber mit einem Umstände , den Jolivet ausgelassen hat . Der Ronig , saget er , Naiflance et Progres de 1' Hercfie , pag . 495 . welcher unter wahrendem diesem Vorhaben sah , daß der Herzog dig die Augen auf einen Franzosen hatte , den er liebte , Samens pomus öel« Gardie . so hat er , von seinem bösen Engel getrieben ni ihm gesaget , ( denn dieser ist der Urheber seines Unterganges ge» welen ~ ) Mein Bruder , ich gebe eticb den pontus , bedienet ewck feiner' , und verlasier euol ? auf seine Tapferkeit und Redlickkeit , die ich öfters probiret habe . ( O Man hat sie ermahnet - * * das Rom'greick von der Unterdrückung ju befreien . ) Man hat sie durch keinen be „ ern Be - weaungsarund " dazu vermögen können , als den man dazu aliqewenoet , denn man hat von etilen Orten an sie geschrieben , daß sie der Komg um - bringen wollte . Adferuntur ad Principes amicorum ab omni parte litterae , monentes , cauerent fibi a fiituris inaiignrandac Reginae , elocandaeque fororis folemnibus epulis , quibus hand aliter vfurus fit Rex quam retibns , capturis euer / iirisque haud dubie fufpedk» fra . tres Regnique Proceres , operofa alias conquirendos indagine . Ad Jiaec adiungunt fe Ducibus aliquot , de fua ipfornmque iam ialute fo - liciti , decretani adferentes omninni necem , certumque debere oppri . mi ni oppriniant . Fruftra adhiberi fidem promiflis totiens iuratis violatisque Erici , ludentis iam periuriis , vt folent pneri aftragalis . Oernhielm , in Vita Pont , de la Gardie , pag . 16 . 17 . Bey dergleichen Vorfällen muß man nichts halb thun ; die Mißvergnügten müssen nicht nur schlecht hin sagen , daß einige Gefahr dabey scy ; sie müssen einem «errnutblichen Erben ausdrücklich versichern , daß er gänzlich verlohren ist , wenn er seinen Widersacher nicht verderbet ; daß alles auf dem Zuvor - kommen beruhe , und daß man weder auf die Versprechungen noch De - mütbiaunaen Acht haben müsse , welche die Gefahr dem Tnrannen pressen könnte . Man sieht , daß die Führer des schwedischen Anschlage - , bi * sc Maschine gebraucht haben . Unser Pontus , der der vornehmste Aufseher dabey war , ist auf eine gute List gefallen ; daß er nämlich die Herzoginn zu dieser Unternehmung angefeuert , welche regieren sollte , wenn die S« . che glücklich ablief . Er hat ohne Zweifel gewußt , daß derHochmurh das Herz der Frauenspersonen viel lebhafter rühret , als der Manner ihres . Man sehe , auf was für Art er sie angeredet hat : Gnädige Frau^der ganze - Hof verwundert sick . wie euer - Herr Gemahl rem ! Nw leiden mit diesem armen Ronigreicke hat ; wo jedermann dura ) die unmäßigen Grausamkeiten und Tyranneien des Roniges seine« Bruders , unendlich beleidiget , und derselben müde ist : er allein kann Indnlieb Helfen . Ick kann auch versickern , daß alle die Großen und Riemen die Augen auf ihnrickten , ibm , wenn er nur will , die koniglicke Krone auf das - Haupt zu setzen . Er hat sie auck eben so billig verdient , als dieser Barbar^ der sick derselben , nack dem Urtheile der ganzen rvelt , unwürdig ge , macket hat . wenn mein - Herr , euer Gemahl , nur will , so ist es leickr , ihn zum - Herrn dieses Staats , und zu einem großen N ! onarcken , au« einem - Herzoge , wie er ist , zu machen , der ohne Zweifel dem Tode , oder einem ewigen Gefängnisse nickt entgehen wird , daraus er und ihr bereits , gleichsam durck ein rvunder , werk gekommen seyd , da ihr am wenigsten daran gedackt . Ick weis von allen Rriegsbefthlshabcrn auf das sicker sie , daß die ftcks tausend Schottlands , die Erick in seinem Solde hat , mis« vergnügt sind , und wegen ihrer ausgebliebenen Bezahlung , nickts mehr , als einen andern - Herrn , verlangen . Ueberdem ist es ge - wiß , daß die Herzoge Magnus und <Larl , seine Brüder , nebst den Größten des Ronigreicks , ungemein beleidiget und erzürnet sind , daß ein so großer Ronig , als ihr Bruder , eines elenden Gerickrsdieners Tociiter , aus einem so verhaßten Stande , gehev rächet hat . Gnadige Frau , ergreifet also die Gelegenheit , die sick so günstig zeiget , zum besten des Staats , zur Ruhe des Volkes und der Lander , und zur Erhöhung euer» Gemahls und euers 'Hauses , bey den - Haaren . Ebenderselbe 17 Seite . Er führet eine geschriebene Historie von Schweden an , die durch Jolivet , Parle - mentsadvocaten , aufgefetzet , und von einem Sohne des Verfassers , durch den Grafen Magnus , de la Gardie , gekauft worden . Sie ist in der Bi - blivthek zu Uysal . Oernhielm , der die Worte anführet , bekennet , daß man in der Historie der Nation keine Spur davon findet : er hatte sie in dem Florimond von Remond , nebst der Herzoginn Antwort , lesen können : Dieß sind schone Worte , pontus , hat sie gesaget , allein sehr schwer auszuführen ; sey klug und verschwiegen , ich will mit dem - Herzoge , meinem Gemahle , davon reden , Naifl' . et Progr . de l'He're'f . p . 497 . Florimond saget auf der 495 S daß er diese Worte in den geschriebenen Nachrichten des Abgesandten von Frankreich gefun» den , der im >566 Jahre nach Schweden geschickt worden ? welcher ein Augenzeuge der in diesen , Lande vorgegangenen seltsamen Vev * «nderungen gewesen . Ebend . 494 S . Wir müssen diesen Uni - stand nicht vergessen . In währenden Zubereitungen zum Beylagcr , ist ein Gerüchte unter dem Volke herumgegangen , daß der Untergang von des Königes Brüdern , und den Großen des Reichs beschlossen worden . Man weis nicht , ob dieses Gerüchte erdichtet , oder gegründet gewesen ; allein . es ist einige Zeit darauf , durch das wunderliche Bezeigen des Köni - ges , wahrscheinlich gemacht worden , und endlich haben die von allen Seiten geschriebenen Briefe an des Königs Brüder es bestärket . Oernhielm , in Vita P . de la Gardie , p . 16 . Dum haec parantnr , manat in vuleus ftru - endanim in Principes fratres Proceresque Rcgni infidiarum rumor , verus an vanus , ab initio non fatis feiebatur : Quem tarnen fimilli - mum vero inox fecemnt , ingenium Erici fufpicax , infidum , in modum Euripi aeftuans , et mobile femper ad obfequia praue confulentium - - - Ebend . 17 , >8 S . Tot rebus adftrudta priino rumori fidc . Dieß sind gemeiniglich die Vorbereitungen der Staatsveränderungen : anfänglich streuet man Zeitungen aus . man läßt sie von einer Strasse zur andern , von einer Stadt zur andern laufen ; man hat Schwätzer , die sie unterstützen , und endlid ) angesehene Leute , die sie durch ihre Briefe be« kraftigen . Ich will nicht sagen , daß allezeit Betrug bey dieser Einrich» tung ist : manchmal sind «6 wahrhaftige Zeitungen , die man bloß aus ei» nem guten Eifer für das gemeine Beste unterstützet , und ich bemerke sogar , daß wir hiereinen von diesen Fällen haben . Florimond von Remond hatte Vottheil dabey , den König Erich zu entschuldigen , damit er die Aufführung des Pontus de la Gardie desto verhaßter machen können , dem er sehr übel begegnet , und ihn als die Ursache ansieht , die Schwedens Zurückkehr zum Gehorsame des Pabstes verhindert hat ; nichts destoweniqer erzählet e» tausend abscheuliche Verbrechen von diesem Könige , und versichert , daß er nicht« vorbringe , als was er von guter Hand habe . Naiff . et Progr . d» l'Heref . p . 494 . Er führet auf der 499 S . ins besondere den Brief an , den der neue König an Carln den IX geschrieben . Ma6 ? et er sich abe» nicht lächerlid ) , wenn er mit diesen Motten beschließt ? Allein sehr oft sireuer man falscke Gerückte wider die Großen aus , um ihnen den - Haß der Unterchanen auf den >Hals zu ziehen , die ihnen ge» horcken . und sie zu Aufrührern zu macken ; wie man wider Eri» chen gethan hat , der elendiglich im Gefängnisse umgekommen ist . Ebendaselbst . OernhielmS Betrachtung ist gut . Ein Prinz , der nichts als seinen Lei« denschaften Gehör giebt , ohne die geringste Betrachtung auf dasjenige zu haben , was er Gott und seinen Unterchanen schuldig ist , beraubet sich der notwendigsten Stützen seiner Hoheit . Er findet bey seinen Uiitertha» nen keine Treue , die er denen entgegen setzen könnte , die ihn angreifen . Praeuenit aduentuin dueum fama colleäi in Regem exercitus , ad quam illc cxcitus , implorat opem ciuium , quorum plerique pertaefl acerbi regiminis , furdas obuertunt aures precanti , hilares , aduenifle tempus , quo iugi in dies ingrauefeentis leuentur onere , antequam fuccumbant penitus interituri . Itaque fubnixus ope paueorum , in quorum animis nondum obfoleuerat Maicftas fui Principis , congref - fusque cum pluribus ac fortioribus , non poterat non redigi ad angu . ftias . Atque tum praeferoci Regi adparuit , et fauore ciuium , et fuc - ceflii fuleiendae potentiac deftitui potentes rerum , cum exuta reue - rentiaNuminis , ex ampla poteftate Vfurpant nil praeter trucem quid - tiis in fubiedlos agendi licentiam . Id Erico Regi accidit . Qiiem fo - lio fublimem vidit fol oriens , etindem occidens vidit prouolutum ad aliena gemia . In Vita P . de la Gardie , p . ig . Die Anzahl dieser Prin» zen , die wegen ihrer Tyranney ermordet , Ad generum Cereris finc caede et Ctnguine pauci Defcendunt reges et ficca motte tyranni . Iuuen . Sat . Xf v . na . oder gefangen gesetzt worden , ist so groß ; und die Anzahl derer , die durch ihre gewaltsame Aufführung . sich bey einer üblen Verwaltung haben erhalten können , und welche die Krönung ihrer Söhne oder ihrer Brü - der , nicht beschleuniget haben , ist so klein , u . d . m . daß man sich nicht ge« nug verwundern kann , warum sich so wenige diese Lehre zu Nutze zu chen wissen . Uebrigens sind die Staatsvcränderungen , welche die Kro» nen von einem Haupte auf das andre bringen . allezeit so üblich gewesen , daß man Ursache bar , sich zu verwundern . daß sie nicht noch häufiger ge - wesen ; denn das schlimmste , was man zu befürchten hat , ist , daß der Streich fehl geht : da man hinaeqen hundert Mittel findet , sich wider Vorwürfe der Ungerechtigkeit zu schützen , wenn man nur glücklich ist , und es wird niemals an Leuten , die es billigen , noch auch an Bündnissen fehlen . ( D ) JTIan weis nickt , was er für Geschafft e mit dem pabste ttiv terkalten hat . ) Oernhielm bekennet auf der >6 , S . im Leben des de la Gardie , daß er nichts davon habe entdecken können . Quid Regie noitu'