542 Francisco . „ Phantasie der Frauen ausgetheilt worden . Und weil sie gemeiniglich , „ wenn sie einmal unordentlich sind , zur Ungerechtigkeit , zu Betrügereyen , „ zur Rache und zur Bosheit mit größerer Unverschämtheit , als die Män - „ ner selbst , zu bringen sind : so sind sie Ursache gewesen , daß sich in der „ Regierung sehr böse Grundsahe eingeschlichen , und daß die alte galli - „ sche Redlichkeit noch vielmehr , als die Keuschheit , ins Elend verwiesen „ worden . Dieses Verderbniß hat unter der Regierung Francifcus „ des I angefangen , sich unter Heinrich des II seiner , fast allgemein ge - „ macht , und endlich unter Carln dem IX , und Heinrichen dem III , ak - „ Us bis auf den äußeesten Grad überschwemmt . „ Mezerai , Hift . de France fous Henri III , Tom . III , pag . 446 , 447 . ( AA ) Er hat die Gewohnheit abgeschafft , Sie öffentlichen . Handlungen lateinisch abzufassen . ] Wir wollen uns der Worte de« Varillas bedienen . „ Das Recht war bis hieher in dem ganzen weiten „ Umfange der französischen Monarchie , oder wenigstens in seinem „ größten Theile lateinisch gehandhabt : und diese Sprache war darbey „ so verderbet worden , daß man sie fast nicht weiter , als an den Endi - „ gütigen der Worte kannte ; es sey nun , daß die Unwissenheit daran Ur - „ fache gewesen , ober daß sich die Richter dadurch haben verständlicher „ machen wollen . Der Misbrauch war zu einer Zeit nicht niehr zu er - „ tragen , da man mit so vieler Frucht an der Wiederherstellung der al - „ ten Zierlichkeit arbeitete : und weil die französische Monarchie niemal« „ von der römischen abgehangen hatte , so war es nicht nöthig , daß sie die Sprache derselben bey ihren allerglaubwurdigsten Urkunven be - . 'hielt . Es wäre lächerlich gewesen , sie in gut Latein zu bringen , weil ! sie die meisten Leute nicht wurden verstanden haben ; und der König 'ist der Meynung gewesen , daß es besser wäre , sie auf gut französisch Auszudrücken , als im bösen Latein . Also ist die Verordnung darzu , «9 gemacht worden , und unter allen Verordnungen Francilcus des I , ist . ' . keine einzige durchgängiger und beständiger beobachtet worden , als diese . , . Varillas , Hiftoire de Francis I , Livr . IX , pag . m . Z8> . Dieser Ge« schichtfchreiber hatte kurz zuvor gesaget , daß der Kanzler Poyet , kurz vor seinem Falle , diese Verbesserung verschafft . Deutschland harte sich fast vor zoo Jahren in diesem Stücke verbessert . Hier ist dasjenige , was man in den historischen Belrachlunaen des Camerarius findet . Zldcr Raiscr Rudolph der I , - welcher durch viele Rlagen der deutschen Nation beschwert ward , und sich gleichsam unter dem Joche der fremden Seccetare sah , welche die lateinische Sprache verstunden , der er sich ) um großen Nachtheilc seiner Geschaffte ; u bedienen gezwungen war , außer daß ihn derglei - chen Heute sehr öfters verriechen : hat im 1252 Jahre einen Reichstag ; uNArnberg gehalten , «nf welchem , mit gcmcinschast , licher Einwilligung aller Rcichssrande , verordnet worden , daß in Zukunft die deutsche Sprache in den Ranzeleyen und öffentlichen - Handlungen eingeführt sollte . Dieß ist derAnfaug gewesen , und hat den Deutschen Gelegenheit gegeben , von diestr Zeit an , ihre Sprache auszubessern , bis sie ? u einem solchem punete ge , langt ist , daß man heutiges Taaes alle - Historien und rvistcn - schaffen , so wohl deutlich als tlSrlich , nur schonen Buchstaben , sowohl - geschrieben als gedruckt , abfassen , und sie in dusirSpra , che anständig ausdrucken kann . Camerarius , Meditations Hiftoriq . Vol . III , Libr . IV , chap . V , pag . 271 , 27a . nach Simon Goularts Ueber - setzung . Man merke , daß man gesaget , es habe den König von Atank - reich bewogen , das Latein in den Gerichteten abzuschaffen : weil man ihm berichtet , daß der erste Parlementspräsident zu Paris , bey Ansspre - chung eines Urtheils , ein im höchsten Grade barbarisches Wort gebraucht hatte . 8crip5erar , morem Galliae fuifle , leges Regni femper Latino fermone feribi , donec Francifcus Rex eiu * noniinis primut , id vetuit anno 1539 . Sed debuerat Matharcllus caufani addere : quoniam videlicet Praefes Curiae Parlamenti in arrefto pronuntiando dixerat , deboiamiis et debotauimus : quod Gallice iam pronunciatur , Avons Monte et deboutons . De quo Rex Francifcus ( vt quidam dicunt ) nniltum riferat : vt alii , multum iratus fuerat . Matagonis de Mata - gonibus aduerfus Italogalliam Antonii Matharelli , p . m . * 26 . ( BBj Man hat falschlich vorgegeben , daß er * - - auf Vas Schloß Ambres bey Jnspruck geführt worden , Wir wollen den historischen Mermr vom Marznionate - 72 - anführen . „ Durch Briefe „ von Wien , vom 4 dieses Monats vernimmt man , daß der Marschall von „ Villeroi ( er ist den i Hornung 1702 in Cremona gefangen worden ) „ auf Befehl des Kaisers , von Jnspruck auf das Schloß Ambres , eine „ Stunde davon , gebracht , und in eben dasselbe Zimmer gesetzt worden , „ wo Carl der V , den Konig Franciscus den I , setzen lassen , nachdem er „ ihn bey Pavia zum Gefangenen gemacht hatte „ Es hatten bereits einige holländische Zeitungen eben dasselbe gesager . Ich wollte lieber , daß der Urheber des Mcrcur« dieselben widerlegt hätte , anstatt , ihnen zu folgen . Es ist gewiß , daß Franciscus der I , nicht nach Deutschland , sondern nach Spanien . geführt worden ist . Beuchet beobachtet , daß der Unterkönig von Neapvli« , Carl von Lanoi , die Aufsicht über die per - son des Roniges von Frankreich dem - Herrn Alarcon , Starr - Haltern über pouille und Calabrien aufgetragen hat , der ihn auf das Schloß pisgucton geführt . Bouchet , Annal . d' Aquitaine , fo - lio n , 217 Paradin , Mezerai und andere Geschichtlchreiber . nennen das Schloß Pi - queron , wo der König gefangen gehalten worden , bis man ihn nach Spanien geführt . Dieses Schloß liegt an dem Flusse Adda im Mayländischen , und heißt auf italienisch Pizighitone . Siehe ten Leander Alberti in seiner Beschreibung von Italien . Folio 407 verfo , venetianifche Ausgabe von 1561 . ( CC ) Man hat ihn deswegen gelobt , daß er vortreffliche Aus , gaben machen la , scn . ] Man darf nur die Worte des Peter VictoriuS , in der Vorrede deö Comment . in VIII Libros Ariftotelis de optimo Statu Ciuitatis lesen : Veritas quoque 11011 patitur , vt reticeam egre - giani voluntatem atque operam , inferioribus temporibus in hac re pofitam a Francifco primo Gallorum rege , qui vt erat omnibus in rebus magno animo , ac vere regio praeditus , procliuisque in huma - num genus iuuandum , reftaque ftudia fumma ope augenda , curauit , vt quidquid antiquorum ingenii monimentorum reftaret in aöüöa Graecia , ad fe mitteretur : cui beneficio magno addldit alterum , tc ipfum valde vtile ad hanc ipßni honeftam artem ornandani : ftuduit enim , magnis praemiis propofitis , vt lepidae admodum formae litte - rarum , et Graecarum , et Latinarum , fingerentur : in quo etiam t'elix fuit : ita enim pulchrae atque politae fabricatae fuere , vt non vide - antur ab humano ingenio venuftiores , et exquifiriores vllo pafto confirmari pofle ; librique ipfis excufi , non inuitent tantum , fed etiam aliquo modo rapiant ad fe legendos . * Man kann denjenigen , was ich in dem Artikel Vergerius ( Angelus ) in der Anführung b gedenke , diese Stelle derAlterrhümer von Paris beyfügen . „ Es findet „ sich , daß im 1541 Zahre dem Angelo Vergier , des Königes Schreiber , „ mit griechischen Buchstaben , 450 Pfunde Besoldung bey der Rentkam - „ mer angewiesen worden sind . , , jacq . du Breul , Antiquit . de Paris , pag . m . 568 . * Da sieht man ein Beyspiel eines großen Herrn , der auf die Verbesserung der Buchdruckereyen gedacht , und die Stempelschnei - der und Schriftgießer aufgemuntert , schönere und amnuthigere Schriften zu verfertigen . Wenn nun die Franzosen bey solchem mächtigen Beystande , etwas eher , als die Deutsche» zu den schönen Künsten gekommen sind , ist es denn wohl ein Wunder ? Wo ha . den sich die deutschen Fürsten um solche Dinge bekümmert , oder selbst Vorschub dazu gethan ? Und dennoch haben unsre Künstler und Liebhaber aus eigenem Triebe , es itzo so weit gebracht , daß wir die parisischen Buchdrucker nicht beneiden dörfen . G . ( v v ) Der Aveg , den er quecr durch ein Gebirge hat machen lassen , ist etwa« erstaunliches . ^ Johann Leger , Hift . des Eglife» Vaudoifes , I Part . p . 2 . versichert , daß der Berg Visol , welcher für den höchsten m Europa gehalten wird , undwo derPo feinen Ursvrung hat , da» Gebirge sey , davon die Historie saget , - , - daß es Franciscus der I , ganz durcl ) graben lassen , um in Italien zukommen . Und in der That , setzet er dazu , „ obgleich die Franzosen seit dem das Geheimniß gesun . „ den , den Weg des Berges Genevre zu eröffnen , der viel kürzer und be , „ quemer ist : so haben siesich dieses Loches nicht mehr bedient , obesgleich „ noch im Stande ist , und ohne Zweifel bis an das Ende der Welt feyn „ wird ; da es fast ganz durch lebendige Felsen gehauen ist , daß man UN - „ gefähr zwo Stunden braucht , durch zu kommen . Man kann mit be , „ ladenen Mauleseln durchkommen , und die ganze Beschwerlichkeit de - „ steht nur darinnen , daß man daselbst nichts sehen kann , und nothwen - „ digerweise Fackeln brauchen muß . , , Weil dieser Schriftsteller weder die Zeit dieser erstaunlichen Arbeit bemerket , noch welche Geschichlschreiber davon reden , so habe ich Untersuchungen angestellt , die mich urtheilen las - sen , daß der Kriegszug Franciscns des I , nach Italien , im 1515 Jahre der Zeitpunct davon ist . Ich glaube , daß Martin du Bellai die Schwie , rigkeiten sehr weitläustig beschrieben hat , die man bey dem Uebergange der Alpen überstiegen : allein ich habe gefunden , daß er im I B . seiner Nachrichten unter dem 1515 Zahre aus der 28 S bey mir , sehr kurz da - von redet , und ohne den geringsten Begriff von der entsetzlichen Mühe zu geben , die er darbey anwenden müssen . Ich habe den Guicciardin im XII B . auf dem 356 Blatte bey mir zu Rache gezogen , der mir viel - mehr Genüge gethan hat . Varillas hat mich nicht weniger vergnügt ; hier sind seine Worte : Hift . de Francis I , Livr . I , pag . 43 . Ausgabe von Haag 1690 . „ Lautrec und Navarre , haben mit dem Kerne der „ französischen Kriegsmacht Genf ( es sollte heißen den Berg Genevre ) „ linker Hand liegen lassen ; sie sind durch den Furt des Flusses Durenze „ gegangen , und haben sich durch einen Ort , Gillestre genannt , in die Argen« „ taires begeben , ( es sollte heißen le col del'Argenticre ) sie sind von da „ bis an den Berg S . Paul durchgedrungen , den sie mit Eisen und Feuer „ öffnen müssen . Die zween folgenden Tage sind die Schanzgraben mei» „ stein ! unnützlich gewesen ; denn weil alle die andern Berge von eman» „ der abgesondert waren , so hat man keine Minen und kein Graben „ mehr brauchen können , und man hat zur Ueberführung der Artillerie „ zu Communicationsbrücken Zuflucht genommen . Die Soldaten und „ Schanzgräber haben sie an diejenigen Oerrer gezogen , wohin man mir „ keinen Lastthiere» kommen konnte ; sie haben die Oerter mit Faschinen „ ausgefüllt , die ausgefüllt werden konnten ; und wenn die Oerler zu „ breit waren , so hat man den leeren Raum mit Seilen und großen „ Baumen ausgefüllt . Auf diese Art ist man bis an den Berg von „ Pied - de . Porc gekommen , den man sich nicht getrauet , durchzugraben , „ weil er aus einem einzigen lebendigen , und von allen Seiten jäHenFeü „ sen besteht : allein Navarre , der ihn überall probierte , hat eine Ader „ gefunden , die viel weicher , als die andern , gewesen , und er ist derselben „ so genau gefolgt , daß er sich mitten durch , einen Weg gemacht hat . Al - „ so ist dnrch die Aemsigten der Kriegsbaumeister , durch die Arbeit der „ Soldaten , und die Standhastigkeit der Anführer , die französische Ar - „ mee des achten Tages mit Untergange der Sonne in dem Marquisette „ Saluzzo angekommen . , . Siehe den Bericht von dem Uebergange , de» von dem Grafen von Morette an des Königes Mutter eingedicktwor - den . Allein fo gut auch diese Beschreibung seyn möchte , so wird man sie doch kalt und unschmackhaft finden , wenn man sie mit des Paul Io - viu« seiner vergleicht . Hift . fui temporis , Libr . XV . 301 u . f . 0 . Es »st ein merklicher Unterschied zwischen ihm und dem Varillas . Dieser letztere gedenket des Trivultius nicht , welchem Paul Iovius die Ehre dÄÄ ^ eut^ - r , und die Hauptaufsicht be ? ( EL ) Ich muß noch von dem erdichteten Kidschwure et - was sagen , den er * > . t t dem Großsultan geleistet hat . 1 Wir haben in der Anmerkung ( I ) gesehen , was Johann der Mair» von Beiges , den Venetianern vorgeworfen hat . Ich setze 'dazu , daß die Sarazenen , welche den König Ludwig , den Heiligen , in ihrer Gewalt hatten , ihm ein'viel kürzere« Eidessormular , als dasjenige , vorgetragen ; welche« , wie man vorgiebt , der Bastard von Cypern ohne Schwierigkeit geleistet hat , und welche« eben dasselbe ist , weiches Franciscus der I , geleistet haben soll . Es ist handgreiflich , daß eines von dem andern abgeschrie - ben worden ; allein der Herl . Ludwig hat sich dieser harten Bedingung nicht unterwerfen wollen . eine qottesfürchtige Dame , welche im 1608 Jahre für eine Heilige 'erklart worden , war zu Rom umS 1384 Jahr gebohren . Sie hat von ihrer Kindheit an sehen lassen , daß sich ihr Herz nach dem Himmel gewendet hatte ; denn sie liebte