598 XVII . Der Wclckerschc Antrag kann ? Glanben Sie , daß , wenn der Strom deutschen Lebens im Heimat - lande versiegt und vertrocknet , ein abgeleitetes Büchlein davon in Deutsch - Oesterreich Macht werde gewiuueu köuuen ? Wenn die Lage der Dinge in Oesterreich so trostlos wäre , wie sie Viele von Ihnen ansehen , was hülse es Ihnen , wenn Sie , dem Ertrinkenden gleich , der sich unauflöslich an den rettenden Freund klammert , uns mit in den Abgrund ziehen ? Lassen Sie uus den Arm , die Seele frei , lassen Sie uns die Werkzeuge der Rettung schassen , damit wir Ihnen einst in den Wechsel - fällen der Geschichte die rettende Hand reichen können : das Leben der Völker hängt ja nicht an Wochen und Monden . Wenn Sic es über sich gewinnen können , uns unser Werk vollenden zu lassen , nun beim , Sie werden an dem dankbaren Deutschland ein Vaterland finden , wenn Sie dessen bedürfen . Jeder Deutsche , der Ihnen entgegentritt , wird Ihnen in seinem Händedruck den Dank Deutschlands darreichen , und jeder deutsche Heerd , an dem Sie sich niederlassen , wird Ihnen ein heimatlicher werden . Wenn aber unser Werk nicht gelänge , nun dann , meine Herren , wir verhehlen es uns nicht , daß damit ein großer Theil der Hoffnungen Deutschlands verschwinden würde ; aber au dem Werke des Ausbaues des Vaterlandes verzweifeln werden wir für unser Theil nicht . Wenn der Römer das Schicksal und die Freiheit des Vaterlandes ausgab , so geschah es mit dem letzten Hauch seines von eigner Hand genommenen Lebens ; als Koscinszko jenes weltgeschichtliche Finis Poloniae rief , " lag er nach verlorner Schlacht unter den Hufen der feindlichen Rosse . Die Behaglichkeit aber , mit der jetzt manchmal Buben an dem Geschicke des Vaterlandes verzweifeln , gehört zu deu widrigste« Er - fcheiuungen der Gegenwart . Darum , meine Herren , wenn unser Vorschlag fiele , so würden wir nicht ermüden , so sehr auch unsere Hoffnungen gesunken sein mögen , Paragraph für Paragraph , mit treuer Arbeit , wie Sandkorn auf Saud - korn , nach dem Worte des Dichters , zu dem Bau der Ewigkeiten zu tragen . 47 Wir werden , wenn der Stein , den wir dem Gipfel nahe glaubten , sich abermals herabwälzt und „ mit Donnergepolter' " " zu unseren Füße» niederfällt , ihn immer von Neuem heben und emporzn - wälzen suchen und in duldender Arbeit beharren , bis der erwachende Genius des Vaterlandes die Fessel bricht und uus von der Qual ver - geblicher Arbeit erlöst . Ich gehöre nicht zu denen , die swie z . B . Löwe S . 470J zu einer ermüdete» Versammlung zu reden glauben ; ich meine , daß , wenn die Ver -