Einleitung. Die Verbindungen des Phenylhydrazins mit Säuren haben entweder den Charakter von Säureamiden, als sogenannte Hydra- zide 1 ), oder sind den Amidosäuren vergleichbare Hydrazinosäuren. Bald nach der Entdeckung des Phenylhydrazins wurde dasselbe hinsichtlich seiner Säurederivate näher studiert und die Resultate in verschiedenen Arbeiten mitgeteilt, welche im folgenden näher erörtert werden. Was die Struktur der Hydrazinosäuren betrifft, so können dieselben symmetrisch konstituiert sein und als Hydrazoderivate aufgefasst werden, oder aber es kommt ihnen die unsym metrische Formel zu und dann zeigen sie ein anderes chemisches Verhalten als die isomeren symmetrischen Säuren. Die ersten Angaben über die Darstellung letztgenannter Säuren sind von E. Fischer und Jourdan 2 ) gemacht worden- Sie erhielten durch Einwirkung von Phenylhydrazin auf Brenz traubensäure, eine u-Ketonsäure, in ätherischer Lösung zunächst die Phenylhydrazinbrenztraubensäure. Diese wurde dann in der Kälte mit Natriumamalgam behandelt. Als Endprodukt dieser Reduktion resultierte neben Anilin und a - Amidopropionsäure eine Hvdrazinosäure, welche sich als solche durch ihre reduzierenden Eigenschaften auf Fehling’sche Lösung charakteri sierte und als symmetrische Hydrazinopropionsäure bezeichnet wurde. Annal. 190, 129. *) Ber. d. D. ehern- Ges. 16, 2241.