I . [+ in unseren Marschen hatte, sondern auch das Zehntrecht da- ſelbſt in größeren Diſtricten ausübte, sind Übertragen worden. Dies Hofrecht, deſſen Grundzüge jene in den bekannten. Werken von Lindenbrog und Staphorſt abgedruckten vertragse. mäßigen Privilegien enthalten, iſt aber von so freier Art, daß es eigentlich wie ein Volksrecht betrachtet werden muß, welches eben auch durch die Ertheilung der eigenen und un. abhängigen Gerichtsbarkeit begründet und gesichert wurde.. Zugleich war dem zerſtörenden Eindringen der geiſilichen Herrſchaft selbſt dadurch gleich anfangs vorgebeugt, daß die neuen Gemeinden ihre Kirchen selber bauen durften. So wurde das bremische Stift, und folgeweiſe das Kloſter in Neumünſter Begründer und Förderer der Bauernfreiheit in: dieſen Gegenden, was freilich nicht geradezu denselben zum auszeichnenden Lobe anzurechnen seyn mag, vielmehr wohl zum großen Theile den: Verhältnissen, welche sie in ihren Gebieten vorfanden, zugeschrieben werden muß. . Wie fehr: , in unseren Marſchen schon zu Anfange des dreizehnten Jahr=. "hunderts die Bauernfreiheit blühte, – um des in dieſem Betracht so berühmten Dithmarſchens nicht zu gedenken, zeigt die Geschichte Adolfs IV. vor der Bornhöveder Schlacht; ein Zeugniß für die gleiche Erscheinung hinsichtlich Neumün- ſters iſt die sehr alte Berühmtheit des in der Immunität und unter dem Schutz und. Einfluß dieses Kloſters fungiren= den Volksgerichtes, wie überhaupt die Bedeutsamkeit des- neumünſterſchen Gerichts während des Mittelalters nur mit Rücksicht auf die kirchlichen Verhältniſſe zu erklären seyn wird. Sehen wir auch davon ab, daß die Verfassung in den neuen Gemeinden der niederländiſchen Anbauer schen. : deshalb ein Muſter für ihre in gleichen Verhältnissen stehen- den Nachbaren werden mußte, weik jene ihre Rechte und Freiheiten aufgezeichnet und urkundlich feſtgeſtellt hatten: ſo hat man für die Annahme einer solchen Präpotenz auch darin einen wichtigen Grund, daß die eingewanderten Coloe niſten ohne Zweifel im Ackerbau und ~ was beſonders. her- J