" 593 "Va N i Inzwischen schien die schwedische Regierung den beab- fichtigten dänisch- französischen Einfall in Schonen, so wenig zu fürchten, daß sie vielmehr einen großen Theil derjenigen Streitkräfte, die nicht in Finnland beschäftigt waren, im Anfange des Aprils zu einem Angriff auf Norwegen ver- wandte, der aber durch die Tapferkeit und weisen Maasre- geln des, dort den Oberbefehl führenden Prinzen Christian August von Schleswig-Holstein=«Sonderburg-Augustenburg : beharrlich abgewehrt wurde, so daß die Schweden, ungeach- tet ihrer anfänglichen Uebermacht, schon im Junius, nach bedeutendem Verluste gezwungen wurden, Norwegen zu räu- men, und es nicht zu hindern vermogten, daß die tapfern Normänner verschiedentlich Einfälle in Schweden machten. Die Engländer verstärkkten mäthtig ihre Flotten in der Offtsee, zerstörten am 21. März an Seelands nördlicher Küste, das eine von den beiden, der dänischen Marine im vorigen Jahre gebliebenen Linienschiffen, Prinz Christian Fried- rich, nach ruhmvollem, blutigem Kampfe unter des tapfern Capitains Jessen Commando – und erklärten am 6. Mai die Insel Seeland in Blockadestand. In den dänischen Gewässern ward der Krieg, größten- theils freilich in Kapereien bestehend, den ganzen Sommer hindurch mit der äußersten Erbitterung fortgeset und die kühnen dänischen Seeleute nahmen den Engländern viele reiche Kauffartheischiffe, (verschiedene derselben wurden in die Häfen der Herzogthümer, zu Glückstaht und Tönningen aufgebracht,) ja sogar mit ihren Kanonenbötcn mehrere Kriegs« schiffe weg. Der Muth und das Nationalgefühl ward durch s0 manche tapfere Waffenthat allerdings mächtig gehoben j und alle Classen von Staatsbürgern fuhren fort, dem von der erhabenen Königm und der Kronprinzessin gegebenen 30