~ 2% 498 L mauern alle übrigen Theile sich anlehnen, und durch jenen ihre eigentliche Bedeutung bekommen. Aber diese seine ngtürliche Bestimmung kann unser Recht nur dann erfüllen, wenn. wir in den Geist desselben eindrin- gen, und dieses kann nur dadurch geschehen, daß wir uns mit dem Geiste, mit dem rechtlichen Leben des Volkes vertraut machen, aus welchem es hervorgegangen ist; und dieses ist kein anderes als das Dänische. Die Ursprache unsres Gesetzes und die Volkssprache im größten Theile unsres Landes, wo jenes zur Anwendung kommt, bilden das einfache natürliche Band, wodurch unsere innere Verbindung mit dem König- reiche Dänemark geknüpft bleibt, nachdem die äußere im Laufe der Hoh;hyöderee durch politische Begebenheiten so lose ge- worden ist. Bei der Erklärung und Anwendung unseres Landrechtes, des Jütschen Lovs, und der ihm verwandten Rechte im Geiste derselben (und letzteres liegt uns doch wohl ob) werden uns also die übrigen Dänischen Rechtsdenkmäler aus dem Zeit- raume der Abfassung unsrer alten Gesetze, namentlich das Schonische und die beiden Seeländischen Rechtsbücher nicht nur vom größten Nutzen, sondern sogar unentbehrlich seyn; ja, schon die fragmentarische Beschasfenheit unsrer Rechts- quellen, welche sie mit so vielen älteren gemein haben, fordert uns dringend zur Zuratheziehung jener auf. t Durch vereinigtes Studium dieser Rechtsdenkmäler un- sers Volks werden wir dem Ziele, den Geist der Rechte un- sers Landes aufzufassen, näher kommen, und dadurch in den Stand gesetzt werden, sie nach festen Grundregeln aus sich selbst heraus zu entwickeln und fortzubilden; welches um so nöthiger scheint, da unsre gesetzgebende Gewalt die ihr gebührende Mit- wirkung an der Fortbildung des Privatrechts so selten ausübt. 2) Im Vorigen sind die innern Gründe kurz angegeben worden, die uns zum Studium des Altdänischen Rechts auffordern müssen. Hierzu kommen nicht minder wichtige äußere. Die alten Dänischen Rechte überhaupt ; und unser Jütsches Lov insbesondere erfreuen sch nämlich in Dänemark einer, ihrer würdigen, wissenschaftlichen Bearbeitung, wodurch uns so große Hülfsmittel an die Hand gegeben werden, sie kennen zu lernen. Ich brauche nur den Namen Peter Ko- foed Anchers, des Vaters der Dänischen Rechtsgeschichte, zu nennen, dessen Schriften von der bewunderungswürdigen Kraft zeugen, mit welcher er die neue Bahn brach. Und Männer, wie Schlegel und Kolderup-Rosenvinge, sind ihm nachgefolgt, weiche die Dänische Rechtsgeschichte zu der