Ö 1195 r geht seiten Geschäften ruhig nach, wie vorher. ' Nur der Au- genblick, so lange er unentschieden ist, ist gefährlich; denn al- ler Kampf verheert das Eigenthum. Während desselben ist Ruhe die erste Bürgerpflichtk. Bürger heißt Eigenthümer und Gewerbtreibende, im Gegensatz des Söidners! Ruhe, daß er ganz neutral, in sein Haus verschlossen, bei verrammelten Fenstern den Ausgang abwarte , und sehe, wen derselbe ihm zum künftigen Vertheidiger geben werde, wo möglich für einen ES EER N Kampfes, G H. Licher von beiden es sey, sich empfehle und dessen Gewogenheit gewînne. Macht er es anders, so könnte ja seine Person und seine Haabe zu Schaden kommen. Dies in jedem Falle zu verhindern , muß ja sselbst der wohl- meinende Freund seines bisherigen Herrschers wünschen; denn man kann ja immer nicht wissen, ob nicht bei dem, so Gott will nächstens zu hoffenden schmählichen Frieden der Platz zu- rückgegeben werde: aber er wird offenbar von höherem Werthe seyn, wenn er unverwüstet ist, als wenn er verwüstet wäre. Die Fortdauer des Kampfes verheert das Eigenthum, das höchste Gut des Menschen nach dem Leben, und bedrohet selbst Leben und Gesundheit, die allerhöchsten Güter. Man muß dieselbe darum durch jedes Mittel abzukürzen suchen: dies ist die höchste Pflicht jedes verständigen Menschen nach auége- brochenem Kriege. Wenn also nach der bisherigen Geschickte schon zu vermuthen ist, wohin der Sieg sich wenden werde, oder auch der Ausgang der ersten Schlacht dies schon gezeigt hat , so muß man den unzeitigen Widerstand des doch zu Be- siegenden niche unterstützen. Alle haben sich zu vereinigen, zu übergeben die Festungen, und anzuzeigen; die Krieger, die Ge- ty wegzuwerfen und überzugehen. Der Sold dort ist eben so gut. So ist gehandelt in der Seele eines vorurtheilsfreien und aufgeklärten Beslters, der da Einsicht yet in den Werth der Dinge. Vorurtheile aus barbarischen Zeiten, von göttlicher Einsettung der Könige, Heiligkeit des Eides, Nationallehre sind Nichts für den, der klar geworden ist über die so einfachen Sähe: daß das Leben das Erste, die Güter das Zweite. und der Staat erst das Dritte. Selbst wohlmeinende Freunde des Fürsken werden so han- deln: es schadet ihm Nichts, es hilft sogar; der Unwille des Siegers muß durch Widerstand nicht gereizt werden; ist nur der Kampf bald vorüber , so erfolgt ein, von jenen Barbaren