er 45 L daß die letzte Begleitung unterbleiben könne. Auch ist klar, wenn 13 gleich nicht zu dem Hauptzweck des Gesetzes gehört, daß die Gegenwart des Geistlichen dazu benutzt werden kann, um den Eindruck zu vermehren, den die Vollziehung einer Le- bensstrafe auf das versammelte Volk machen muß. 16) Location der Wechsel im Concurse, Bei den Obergerichten und bei einigen Untergerichten des Herzogthums Schleswig wird den Wechselforderungen, nach einem neueren Gebrauche, ein Vorzugsrecht vor den Buch- schulden beigelegt. Ein rechter innerer Grund scheint für ein solches Privilegium nicht zu sprechen, da wir im Allgemeinen keine eigentlichen kaufmännischen Wechsel kennen, bei welchen sich allerdings einige Gründe denken ließen. Unsere sogenann- ten Wechsel sind einfache Schuldscheine, die sich blos durch das Wort Wechsel unterscheiden. Es ist in der That sehr hart, daß ein Schuldner durch ein einziges Wort, welches gar keine rechtliche Bedeutung hat, seinen chirographarischen Gläu- bigern Jemanden vorsetzen kann. Dieser Vorzug der Wechsel ist in unserm Rechte um so unpassender, da die Gesetzgebung den Vorzug der rentefreien Gelder beinahe allgemein aufgeho: ben hat, obgleich für diesen Vorzug sich doch Ciniges sagen ließe. Auch dürfte die Bevorzugung der Wechsel aus dem Privilegio der rentefreien Gelder hervorgegangen seyn, da ei- gentliche Wechsel der Form und Fassung nach als Scheine über eine rentefreie Anleihe aussehen. Bei uns mag indeß der Wunsch, das gestempelte Papier zu sparen, mitgewirkt haben. Wie dem auch seyn möge, so wäre es wohl sehr heil- sam, daß das durch die Praxis eingeführte Privilegium der Wechfet durch die Gesetzgebung abgeschafft und aufgehoben rde. 17) Auslassung gewisser Pdste ob énsussicientiam massa. . Es kann nicht anders als auffallen, wenn bisweilen ei- nige Forderungen im Prioritätsurtheil aus dem Grunde über- gangen werden, weil die Masse zu deren Befriedigung nicht hinreiche. Wollte man denn consequent verfahren, so müßte man die Gläubiger nicht weiter collociren, als die Maße reicht. Allein der Zweck der Prioritätserkenntnisse ist ja nicht, den factischen Werth der Forderungen zu bestimmen, sondern nur