IF 786 Ü gere können, ohne irgend Attestate beibringen zu dürfen, in das Gebärhaus aufgenommen werten, u::d finden in demssel- ben in eigenen Zimmern, gegen angemessene Bezahlung, alle nöthigen Anstalten zur Bequemlichkeit und Eeheimhaltung. Die nähere unmittelbare Auchicht über die Anstalt ward 3 dem, als Geburtshelfer rühmlichst bekannten, Hofrath Wie- demann, der aus Braunschweig nach Kiel berufen war, Übertragen; er sollte als Oberleyrer den Unterricht der Heb- ammen und die Hülfsleistungen bei ven Gebärenden besorgen. In Num. 102 des Altonaer Mercurs ward aus Kiel angekündigt, daß die Hebammenschule und Gebäranslalt be- reits im vollen Cange sey; nach jener kurzen dort gegebe- nen Uebersicht der Einrichtung des Instituts heißt es am Schlusse: „Wir wünschen, daß durch diese kurze Nachricht diese „Anstalt zur allgemeinen Kenntniß gelange, damit dies „,selbe von vielen Bedürftigen benutzt und dadurch der n„wohlthätige Zweck um so vollkonumener erreicht werden „möge, den die für das Gemeinwohl so eifrig besorgte Re- „Zierung dieser glücklichen Gegenden dabei beabsj »tigte. Daß das vorzüglich gut eingerichtete Gebärhaus vielen armen Schwangeren eine trost: eiche Zuflucht gewäÿrte, manche Noth milderte und gewiß manches sonst begangene Verb 'echen verhüthete, in vielem Betracht al;s eine scgensreiche Wohlthat war, wer mögte das le:gnen? auch fand dieses gewiß allge-, meine Anerkennung. Unpartheiische und einsichtso.lle Män- ner äußerten jedoch auch die Befürchtung, daß es nicht ohne nachtheilige Einwirkung auf die Moralität und Sittlichkeit des Volkes bleiven ‘ürde, wenn die natürlichen unangeneh- n: s I! men Folgen des Leichtsinns und der Unzucht durch diese An- stalt größtentheils gehoben würden, Ob diese Befürchtung