Ä 2 P Schon gegen das Ende des verflossenen Jahrhunderts hatte Jenners segensreiche Entdeckung der Schutblattern, von England den Weg nach dem Continente gefundenz auch in unserm Lande waren bereits manche Versuche damit an- gestelle. Zwar fand, wie alles Neue, die Vaccination im Anfange heftigen Widerspruch und hatte beim gemeinen Mann viele Vorurtheile zu bekämpfen, zumal da wahrschein- lich wegen unrichtiger, aus Unbekanntschaft mit der Sache ent- standener Behandlung, sich einige Fälle ereigneten, wo vac- cinirte Kinder späterhin doch von den natürlichen Blattern befallen wurden; dergleichen Fälle unterließen dann die Gegner der Schutzblattern nicht, geflissentlich zu verbreiten, wie z. B. im Altonaer Merkur von 1801 No. 43 der an den bösartigssten, natürlichen Blattern in dem Elbdorfe Neu- mühlen, im März erfolgte Tod eines achtjährigen Mädchens, welches im November des vorigen Jahres mit ächter Kuh- blattermaterie und mit dem unzweifelhaftesten Erfolge ge- impft worden war, angezeigt und als ein Beweis angeführt ward, daß die Vaccination nicht vor den natürlichen Blattern schütze noch sie minder bösartig mache. Indessen hatte doch die Sache so gute Fortschritte ge- macht, daß die Regierung ihr eine besondere Aufmerksamkeit widmete und unterm 44ten October eine aus mehreren Ko- penhagener Aerzten bestehende Commission ernannte, welche Über die Vaccination alle dienliche Erläuterungen einziehen, die angestellten Versuche prüfen und darüber an den König berichten, auch vorschlagen sollte, welche Verfügungen für die. Königl. Staaten in dieser Hinsicht nothwendig seyn mögten. Die Commission stattete im December ihren Bericht ab, der. sehr zum Vortheil der Vaccination sprach; die darin enthal-