345 H eis, daß nicht die Frau, sondern allein der Mann, die Ehe- ausgaben bestreiten solle, wenn die gemeinschaftlichen Güter nicht hinreichen. Wenn der Mann zuerst sein Erbland ver- kauft, und mit dem Kaufgelde anderes Land kauft, so wird dieses Erbland (siehe oben s. 5). Dies liegt im Ausdruck: jorth 1), welches immer das Erbland bezeichnet. In dem Falle also, wenn der Mann zuerst sein Erbland verkauft, und mit anderem Gelde Land kauft, wird er nicht so begünstigt. Des Mannes Verpflichtung zur Unterhaltung der Ehe ist also, wie ich glaube, hinlänglich erwiesen, und dies ist gegen Herrn Professor Hasse in der Zeitschrift für geschicht- liche Rechtswissenschaft IV. Heft. S. 68 zu bemerken, wel. cher, gerade auf dem Jütschen Lov sich stutzend, behauptet, bei den Germanischen Völkern habe nicht der Mann die Ehe= ausgaben allein zu bestreiten. Der Ausdruck in I., c. 36 a. E. „„denn sie sollen von ihrer beider Güter leben““, hat ihn irre gemacht. Nach dem bereits in diesem §. Vorge- tragenen kann dies nicht, so aus dem Zusammenhang gerissen, als Regel aufgestellt werden, sondern es bezieht sich nur auf den im c. 36 abgehandelten Fall, wenn der Mann „for Usselhed“’ sowol sein als seiner Frau Land verkaufen muß, (. . 11. d) Verbotene Güterabtretuug zwischen Ehegatten. Dieses Verbot ist enthalten im 43sten Kapitel des Zten Buchs und, was sonst selten ist, der Grund der Bestimmung ausdrücklich hinzugefügt. Es heißt nämlich hier: Mann und Frau, mögen sie Kinder haben oder nicht, dürfen sich nicht un- ter einander unbewegliche Güter übertragen (skütae). W 1) Jütsch. Lov I. c. 40, 9. 1. 9 J