r ~ 236 P <2' jeßt streitig gewordenen Verhältnisses würde für diese Zeit- schrist sehr erwünscht seyn. Am Iten April begann die Versteigerung der von dem seel. Kanzler Moritz: nachgelassenen Bibliothek. Was diese Bibliothek besonders auszeichnete, war eine sehr vollständige und sorgfaltig geordnete Sammlung von Landesverordnungen, von e “druckten Recessen, von Urkunden und kleinen Schriften, die alle mit Rücksicht auf das Recht. die Geschichte und Sta; tistik des Vaterlandes gesammelt waren. Daß diese schälzbare Sammlung vereinzelt, und nicht für ein öffentliches Institut im Ganzen angekauft wurde, it sehr zu bedauern. Eins der interessanteste Stücke sind die 15 von Noddt gesammelten Quartbände unter dem Titel „Annales Slesvico Holsatici vder Jahresregister der vornehmsten Begebenheiten zur Erläy- kerung der Civil- Kirchen- und Gelehrten: H storie der Her- zogthümer Schleswig und Holstein, nebst angéhängten Königl. Verordnungen, deductionibus, dissertationibus academi- cis, Casualpret‘aten und andern kleinen Schriften von dem Jahre 172.101755, mit möglichster Sorgfalr zusammengetra- gen von Joh. Fried. Nood t.’ (Der Sammler ist der im Jahre 1753 verstorbene Consistorialrath und Klosterprediger Noodt in Schleswig.) Zu der Sammiung gehören noch ei: nige Bände mehr, die bei einer früheren Veräußerung davon müssen getrennt worden seyn, und sich, nach einer handschrift- lichen Bemerkung des Kanzler Moritz, jetzt in der Bibliothek des Herrn Grafen Rantzau auf Breitenburz befinden sollen. Jene für die Universitätsbibliothek angekaufte Sammlung ge- ÿört zu den wichtigsten Quellen für die neuere Landesgeschichte. Die einzelnen in der einen oder der andern Beziehung wich- tigen Stücke der Bibliothek können hier nicht erwähnt wer- den, und wir gedenken einer kleinen Schrift: Einladungspri- vilegium und Convention über die zu Schleswig errichtete Grönländische Compagnie 1769, blos um zu fragen, wie lange diese Compagnie bestanden und welchen Erfolg sie ge- habt hat. ~ Die Bücher wurden im Ganzen theuer verkauft. Am 12ten April ging das Dorf Jevenstedt, eine Meile von Rendsburg, fast gänzlich in Flammen auf. 56 Häuser sollen eingeäschert seyn, und außer der Kirche, dem Predigers hause und den beiden Wirthshäusern blieben nur wenige Häu- ser dieses Ortes stehen. . Am 16ten April trat der Kanzler Spi es sein Amt an, und introducirte am selbigen Tage den bisherigen Oberge- richtsrath Scholtz als Vicekanzler und den vor kurzem er- nannten Obergerichtsrath Nissen.