r #182 \ F" Jahren. Zeigt dies nicht deutlicher, als man wünschen möchte, daß viele Familien auch in Hinsicht auf ärztliche Hülfe sich haben beschränken müssen? Sind aber wohl im vorigen Jahre die Kosten der Armen: Krankenpflege geringer gewesen als sonst ? Es hat weniger wider sich , wenn durch öffentliche Kran- kenhäuser für kranke Arme gesorgt wird. Nach einer für Dän- nemark erlassenen Königlichen Resolution vom Gten Juni 1806 sollen in allen Aemtern Krankenhäuser in verhältnißmäßiger Anzahl, (1, L oder auch 3 in jedem Amte) errichtet werden. Besser wäre es aber, wenn solche öffentliche Einrichtungen nur durch Privatvereinbarungen, durch Schenkungen und Ver- mächtnisse zu Stande gebracht würden. _ Wenn ganze Districte zu arm sind, um einen Arzt zu be- zahlen, so wird auch wohl die Forderung gehört , daß auf Staatsfkosten ein Arzt angestellt werden müsse. Das wäre eine Armen:Krankenpflege ganz eigner Art, und kann zum Be- weise dienen, was man in unsern Tagen nicht alles vom Staate verlangen zu dürfen glaubt. 3. Nachtrag zu dem Anfssatze über Lotteriecollecten 1n d en Dörfern. (Erster Band S. 413. ) Als ich im vorigen Jahre durch den Anblick einer Lotterie- collecte in dem Kirchdorfe Bargteheide überrascht ward, und miich veranlaßt sah, den oben exwähnten Aufsatz für das Staatsbürgerliche Magazin zu schreiben, . glaubte ich, daß ein solches Institut in einem Dorfe etwas sehr seltenes sey und mit Recht Aufmerksamkeit errege; seitdem aber bin ich eines bessern belehrt worden, und habe erfahren, daß nicht wenig Dörfer, zumal in der Nähe des hamburgischen Gebietes, sich eines gleichen Borzuges zu erfreuen haben, Sdo ist eine Col: lecte in dem Pinnebergischen Dorfe Popp enbüttel. eine in Schlee ms, nahe bei Schisfbeck im Amte Reinbeck, eine dritte aber in demselben Amte, zu S ande, ganz nahe vor Berge- dorf, scheint mir von allen die bemerkenswertheste zu seyn, denn dort wird das Geschäst des Collekteurs von dem –~ Schul - lehr er *) des Orts betrieben, Es dürfte wohl überflüssig seyn, etwas darüber zu sagen, wie unvereinbarlich das Amt *) Behrens heißt der Ehrenmann,