19 2* Die Vermehrung der Bibliothek war wie vor zwei Jahren durch grössere ausserordentliche Zuflüsse begünstigt. Der Munificenz des Verlagsbuchhändlers Herrn Paul Parey zu Berlin verdankt die Bibliothek eine Auswahl seines gediegenen landwirthschaftlichen, gärtnerischen und forstwissenschaftlichen Verlags (333 Bände). Eine noch reichere Gabe wurde uns zu Theil durch Herrn Geheimen Regierungs-Rath Professor Dr. Theodor Moebius, der vor seiner Uebersiedelung nach Leipzig den grössten Theil seiner werthvollen, auf dem Gebiete der Altnordischen und neueren Skandinavischen Literatur und Sprache ausgezeichneten Büchersammlung überwies (1115 Bände). Aus den auf Staatskosten angekauften Büchersammlungen der verstorbenen Berliner Professoren C. W. Borchardt und G. Beseler empfingen wir 2 8 und 86 Bände. Ein ausserordentlicher Zuschuss zur Ausfüllung von Lücken stand nicht zur Verfügung. Auf Allerhöchsten Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde von der in 100 Exemplaren hergestellten Prachtausgabe der »Musikalischen Werke Friedrich’s des Grossen“ auch unserer Universitäts- Bibliothek ein Exemplar überwiesen. Der gesamte Zuwachs an gedruckten Büchern übertraf noch die Vor zwei Jahren erreichte höchste Ziffer (3578) und betrug, ausser 312 Dissertationen- und Programmen-Bänden, 3582 Nummern (volle Bände), gegenüber 2429 Nummern im Vorjahre. Auf die Geschenke der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen historischen Gesellschaft entfielen 102 Nummern. Eine wichtige Bereicherung der Schleswig-Holsteinischen Manu skripte bot das von dem Herrn Minister für die Universitäts-Bibliothek erworbene „Nordfriesische Wörterbuch“ des Lehrers M. Nissen zu Klix- Büll in sechs Foliobänden (Cod. MS. S. H. 204, AAA). Aus dem Nachlass des Geh. Justizraths Rendtorff erhielten wir ausser gedruckten Büchern e >nen Band nachgeschriebener Vorlesungen Paulsen’s über Schleswig- Holsteinisches Privatrecht (Cod. MS. S. II. S<?7, BBB), aus dem Nachlass des OLG.-Raths Jasper eine „Handschriftliche Sammlung von Criminal- ucten“ vom Vater des Verstorbenen, dem Ober- und Landgerichts- Advocaten C. F. Jasper zu Schleswig, in neun Foliobänden (Cod. MS. AZ 578, M). Der Königlich Hannoversche Bibliothekrath a. D. Hr. Heinrich Boettger in Cannstatt schenkte seine Urkunden-Excerpte »zum inneren Ausbaue“ der beiden Gaue I. Pagus Thietmaresca, II. Pa gus Holsatia (Cod. MS. S. H. 24, GGG). Zu den mit K. B. bezeichneten Handschriften kamen durch Geschenk von GR. Moebius ein geschriebener Band, „Harald Härfagers Skalde, ved Benedikt Grondal“ (1864), und zwei mit schriftlichen