17 und zu beschränkende Gabe, und vielmehr durch stete Bewahrung der Ehrenhaftigkeit und der sittlichen Zucht auch im fröhlichen Treiben der Jugend darthun, dass die ihnen verliehene Freiheit ein unbedenklich zu gewährendes Vorrecht sei. Dass dieselbe unter unseren Studierenden nicht blos zur Erholung von der alltäglichen ordnungsmässigen Arbeit, sondern auch zu frei willig betriebenen ausserordentlichen wissenschaftlichen Studien in er freulichem Maasse verwandt worden ist, dafür legen die wissenschaft lichen Arbeiten Zeugnis ab, welche in Anlass der Neuen Schassischen Preisfragen vom 5. März 1885 bei den Fakultäten eingereicht worden sind. Die theologische Fakultät hatte die Aufgabe gestellt: „Es soll untersucht werden, in wie weit sich lediglich mit Hülle der paulinischen Briefe ein chronologisch zusammenhängendes Bild von dem Lebensgange des Apostel Paulus gewinnen lässt, und es soll auf Grund dieser Untersuchung der Wert des auf Paulus bezüglichen Berichts der Apostelgeschichte beurtheilt werden“. Zu ihrer Lösung sind zwei Arbeiten eingegangen, die eine mit dem Motto: „Theorien mögen gewinnen im Lichte der Geschichte, nie aber die Geschichte in Abhängigkeit von der Theorie“, die atidere mit dem Motto: 77Qog ruvra ti'q Ixavog; Die erste dieser Arbeiten lässt zwar in der Heranziehung der neusten Speciallitteratur viel vermissen und fasst daher die Probleme nicht ganz in ihrem gegenwärtigen Stande auf, abstrahirt in der Er hebung des biographischen Materials aus den paulinischen Briefen nicht genug von dem vorschwebenden Geschichtsbild der Apostelgeschichte und belastet die Ausführung mit Erörterung einer Menge von histo rischen Fragen, deren Heranziehung vom Thema nicht gefordert war und für dasselbe eher verdunkelnd wirkt. Aber sie führt im zweiten Theile die Aufgabe in einer im Ganzen anerkennungswerthen Weise durch und erscheint als ein Zeugniss rühmlichen Fleisses, umfassenden Wissens und eines lebendigen Interesses für die kritischen Probleme des Neuen Testaments der Fakultät eines Preises nicht unwerth. In vollem Maasse müssen die ebengenannten Vorzüge auch der zweiten Arbeit zuerkannt werden. Obwol auch ihr Verfasser in der Litteraturberücksichtigung dem gegenwärtigen Stande der, freilich sehr zahlreichen, berührten kritischen Einzelfragen nicht ganz gerecht wird, 2