zu Jason. In der Seele dieses Barbaren-Mädchens sollte die Ankunft Griechischer O Helden eine Ahnung all der herrlichen Ideale erwecken, deren Inbegriff der Hellenische Name geworden ist. Apollonius hat diese Vorgänge tief in Poesie eingetaucht uns vorgeführt. Medea, die Tochter des Aeetes, das Kolchische Mädchen, war bis dahin still und lieblich, wie die Blumen und Kräuter, deren zärtliche Freundin sie ist, emporge blüht. Es war ein freudloses Dasein gewesen an dem glänzenden und goldstrahlenden Hofe ihres Vaters. Denn Aeetes ist ein finstrer Despot, sein Herz ist starr und kalt wie die Felsen des Kaukasus, seine Worte rauh wie die Wogen des brausenden Meeres. Da erscheinen die sonnigen Gestalten der Hellenischen Helden, an ihrer Spitze Jason. Medea erblickt ihn, an dem jeder Zoll ein König ist, und über dessen Lippen doch nie ein herrisches Wort geht; ihn, dessen Blicke und Antlitz die heiterste Lebensfreude athmen, und der doch ruhig in Kämpfen und Gefahren dem Tod ins Auge schaut. Ja —, da fiel es Medea wie Schuppen von den Augen! Da traf mit tiefer Wunde ihr Herz der Pfeil des Eros. Wie zu einem Gotte blickt sie zu dem Fremdling empor, und all die zahllosen Zauberkünste und Zaubertränke, deren sie als Hekate-Priesterin im Kolcher-Land so kundig ist, sie alle, alle vermögen Nichts gegen diesen einen Zauber, der in dem Auge dieses Jünglings liegt. Diese Liebe ist das Schicksal der Medea geworden. Sie rettet durch ihre Künste den Fremdling vom Tode, sie übergiebt ihm das goldne Vliess; dann folgt sie ihm willen los hingegeben in die Griechische Heimath. Aber ein tiefer dunkler Schatten lieot über ihren ferneren Geschicken. Jason obschon voll Dankbarkeit, kann doch nie in ihr die mit unheimlichen Künsten vertraute Zauberin vergessen; das Herz kann ihm nicht warm werden in ihrer Nähe. Da endlich erwacht in der Seele der Enttäuschten und Vielgeprüften die Erinnerung an das Elternhaus und zugleich brechen die furcht baren Dämonen der Rache und des Hasses hervor. Sie mordet mit dem Schwert in der Hand die beiden Kinder, die sie Jason geschenkt hat. Das Alterthum erzählt uns von einem herzerschütternden Gemälde des Malers Timomachos, eines Zeitgenossen Caesars, in welchem dieser Kampf des Hasses und der Mutterliebe tief ergreifend dargestellt war. Apollonios in seinen Argonautica hat jene erste keimende Neigung in Medeas Seele und die Heimfahrt des Schiffs Argo nach Jolkos unendlich zart und mit allem Schmuck romantischer Phantasie geschildert. So ruht auf diesem Gedicht des Apollonios der Hauch und schimmernde Abglanz jener goldenen Zeit der Ptolemäer - Herrschaft,