9 Zur Darstellung von schwefelsaurem Diazobromnaphtalin wurde pulverisirtes Bromnaphtylamin durch Uebergiessen mit Salpetersäure von 1, 3 spec. Gewicht und massiges Erwärmen in das salpetersaure Salz übergeführt, wenig Wasser hinzugefügt und unter häufigem Umrühren und guter Abkühlung etwa eine Stunde lang ein starker Strom von salpetriger Säure eingeleitet. Das auf diese Weise erhaltene rohe salpeter saure Diazobromnaphtalin wurde mit Schwefelsäure, die mit dem doppelten Volumen Wasser verdünnt, versetzt, alsdann die zweifache Menge starken Alkohols und sehr viel Aether hinzugefügt. Es scheidet sich sofort gelbes schwefelsaures Diazobrom naphtalin in krystallinischer Form aus. Der Niederschlag wurde auf dem Filter mit Aether gewaschen und über Schwefelsäure getrocknet. Das schwefelsaure Diazobromnaphtalin (Cio He Br N2 H S O4) löst sich in Wasser ausserordentlich leicht, in starkem Alkohol ist es ziemlich löslich, in Aether und in Benzol dagegen unlöslich. Auf dem Platinbleche erhitzt, verpufft es. Aus der wässri gen Lösung krystallisirt es beim Verdunsten über Schwefelsäure in kleinen gelben Prismen. Um aus dem schwefelsauren Diazobromnaphtalin Monobromnaphtol darzustellen, wurde die über Schwefelsäure getrocknete Diazoverbindung mit wenig Wasser in einem Kolben gekocht, mit der Vorsichtsmassregel, dass fortwährend Kohlensäure eingeleitet wurde, um etwaige Verharzung zu vermeiden. Ich erhielt auf diese Weise ein amorphes braunes Pulver, welches aus keinem der üblichen Lösungsmittel in kry- stalhrter Form erhalten werden konnte. Ich gab daher die weitere Untersuchung dieser Substanz auf, um so lieber, als es mir mittlerweile gelungen war, aus dem schwefelsauren Diazobromnaphtalin ein Monobromnaphtalin zu gewinnen, welches sich mit dem von C. Glaser 1 ) durch directe Bromirung des Naphtalins dargestellten iden tisch erwies, und sich dadurch mir, wie ich unten näher erörtern werde, ein Weg eröffnete, auf dem ich ganz allgemein die Stellung der Gruppen NH 2 und Br im Naphtalinkerne hoffte feststellen zu können. Zur Darstellung von Bromnaphtalin aus dem schwefelsauren Diazobromnaphtalin wurde dieses, nachdem es über Schwefelsäure getrocknet worden, mit absolutem Al kohol erhitzt. Unter reichlicher Stickstoffentwicklung und unter Entweichen von Aldehyddämpfen ging die Zersetzung in normaler Weise von Statten. Das gebildete Bromnaphtalin wurde mit überhitzten Wasserdämpfen destillirt, wobei es sich als gelb gefärbtes Oel abschied, alsdann über Chlorcalium getrocknet und rectificirt. So be handelt bildet dasselbe ein farbloses Oel, welches bei circa 277° siedet. Heut übrigens, wo die 1,2-Stellung der Chinone schon mehrfach in Zweifel gezogen, ja sogar als unwahrscheinlich hingestellt worden ist, würden es ohne Bedeutung sein, die benachbarte Stellung der Gruppen NH ä und Br im Bromnaphtylamin durch Ueberführung dieser Verbindung in ein Naphtochinon nachweisen zu wollen. J ) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. 135, 40.