16 st mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es von den Nerven- oder Gefässscheiden, vielleicht auch von dem Periost der Scapula ausgegangen ist. Bei der Ausführung der Operation verdient in Zukunft das von Esmarch eingeschlagene Verfahren alle Berücksichtigung; man bedenke nur wie viel Blut durch dasselbe dem Kranken erspart wird und einen wie günstigen Einfluss dies auf den ganzen Heilungsvorgang haben muss, besonders in solchen Fällen, wo es sich um sehr heruntergekommene anämische Individuen handelt. Bei den bis jetzt beobachteten Fällen wurde die Mehrzahl der Kranken wegen bösartiger Geschwülste, sei es Sarkom oder Carcinom operirt; die anderen kamen meist wegen gutartiger Geschwülste, Caries oder anderweitiger Verletzung der Scapula zur Operation. Die letzteren bieten im Ganzen recht günstige Resul tate. Den schönsten Erfolg hatte aber wohl Schuppert; derselbe resecirte bei einer 38 j. Frau die ganze Scapula mit Ausnahme eines kleinen Theiles des Acromion wegen eines Osteoidchondroms. Nach 9 Wochen war die Operationswunde geheilt und als Schuppert die Patientin wiedersah, war nicht nur kein Recidive aufgetreten, ja sie konnte fast alle Bewegungen mit dem Arme gut ausführen und sogar ein Gewicht von 30 Pfund aufheben und eine Strecke weit fortschleudern. Dagegen wurden bei Sarkomen oder Carcinomen keine dauernd günstigen Resultate erzielt; die Mehrzahl der Operirten ging früher oder später zu Grunde, vielleicht weil die Kranken meist zu spät zur Operation kamen. Um so mehr wäre es zu wünschen, dass derartige Geschwülste frühzeitig" erkannt und möglichst früh operirt werden könnten. Zur genauen Diagnose steht uns ein treffliches Hülfsmittel zu Gebote die von Middeldorpf eingeführte Akidopei- rastik in Verbindung mit dem Mikroskop, dessen Anwendung in allen irgendwie verdächtigen Fällen sehr zu empfehlen ist. Zum Schluss sei es mir gestattet, meinen hochverehrten Herrn Lehrern, meinen aufrichtigen Dank für ihre Bemühungen hiermit auszusprechen.