12 fast verstrichen. Die rechte Schulter ist bedeutend in die Höhe gedrängt, was besonders bei hinterer Ansicht auffällt. Das Acromion steht rechts 4 Centimeter höher wie links, der untere Winkel der rechten Scapula 7 Centimeter höher, wie auf dei gesunden Seite. Von Acromion zu Acromion durch die Achselhöhle ge messen beträgt der Umfang rechts 55,5 Centimeter zu 39 der linken Seite. Die Geschwulst hat von vorn nach hinten einen Durchmesser von 16 Centimeter. Vom Acromion nach der Achselhöhle gemessen beträgt die Entfernung 19 Centimeter zu 8 der gesunden Seite, vom unteren Winkel der Scapula bis zum proc. coracoideus rechts 19,5, links 18 Centimeter. Die Basis der Geschwulst hat an der vorderen Seite der Achselhöhle eine Breite von 7, an der hinteren eine solche von 3 Centi- metern. Der rechte Arm ist von dem Thorax stark abducirt, die Entfernung der inneien Fläche desselben von der Thoraxwand beträgt an der Basis der Neubil dung 9 Centimeter, der Abstand des unteren Winkels der Scapula von der äusseren Fläche des Armes ist rechts 23, links 16 Centimeter. Mit der Brustwand ist der T umor nicht verwachsen, dagegen steht er in Verbindung mit dem Schulterblatte, dessen Bewegungen er beim Versuch den Arm zu heben folgt; der m. pectoralis maj. spannt sich hierbei stark an. Rotationen lassen sich ausführen, ohne dass sich die Geschwulst mitbewegt. Der Arm ist öde- matös geschwollen, das Gefühl auf dem Rücken des ersten und zweiten Fingers abgestumpft (N. radialis). Die A. subclavia ist wegen des Hinaufgedrängtseins der clavicula durch den Tumor nur ganz in der Tiefe und sehr undeutlich zu fühlen. Geschwollene Lymphdrüsen waren in der Umgebung nicht zu entdecken Die. Diagnose wurde auf Sarkom gestellt und die demnächstige Entfernung desselben in Aussicht genommen. Operation. 8. VII. Heute wird dieselbe in tiefer Morphiumchloroformnarkose von Herrn Geheimerath Esmarch in folgender Weise vorgenommen: zunächst wird der rechte Arm von unten an mit einer elastischen Binde fest eingewickelt und so das Blut aus demselben herausgedrängt, sodann wird die Blutzufuhr zum Arme mittelst eines dicht unterhalb der Geschwulst fest umgeschnürten elastischen Schlauches abge schnitten. An der vorderen Seite der Schulter wird nun entsprechend dem äusseren Umfange des Tumors ein halbkreisförmiger Schnitt vom Acromion bis an die Brustwand geführt und der so umschnittene halbrunde Lappen zurückpräparirt. Der jetzt vorliegende m. pectoralis maj, wird nahe an seiner Ansatzstelle am Hu merus durchschnitten,, worauf die Geschwulst nur bedeckt von dem dünnen atrophi schen m. pectoralis min., welcher straff darüber weggespannt ist, frei zu Tage tritt. Sie wird sodann, soweit wie möglich von ihrer Umgebung isolirt, was ziemlich leicht geschieht, da sie abgekapselt ist. Hierbei zeigt sich, dass die grossen Nerven stränge und Gefässe der Achselhöhle den Tumor durchsetzen und dass derselbe