schwach gefunden* Ja, es giebt Fälle, wo während des Anfalles gar keine Verände rung am Gefässsystem constatirt wurde. Um uns diese verschiedenen Angaben erklären zu können, sind wir genöthigt, diejenigen Nerven, die das Herz versorgen, swohl anatomisch als physiologisch näher z u beleuchten. Was die anatomischen Verhältnisse betrifft, so haben wir hier nur noch das z u erwähnen, dass nach den Versuchen von Goltz 9 ) das Froschherz und ebenso nach Grurboki 10 ) das Kaninchenherz ihre sensiblen Nerven aus dem Vagus beziehen. Bei den Säugethieren scheinen aber auch ausserhalb der Vagusbahn sensible Nerven in das Herzfleisch einzutreten; denn trotz der Durchschneidung beider Vagi hat Goltz das Thier Schmerzempfindungen äussern sehen, als die Vorhöfe mechanisch gereizt Wurden. Dann hätten wir der Ganglienanhäufungen, die im Herzmuskel eingebettet sind, z u gedenken. Aus den physiologischen Experimenten wissen wir, dass z. B. ein Froschherz, Welches aus dem Körper entfernt ist, seine rythmische Thätigkeit bekanntlich noch e ine Zeit lang unterhält und diese automatische Thätigkeit verdankt es den Ganglien anhäufungen. Wir hätten somit, wollten wir die Herznerven in Systeme bringen, erstens ein automatisches, zweitens haben uns die Gebrüder Ernst Heinrich und Eduard Weber 1J n Jahre 1843 experimentell bewiesen, dass der Nervus Vagus einen hemmenden Ein fluss auf die Herzbewegungen ausübt, welche wichtige Entdeckung durch die schönen Untersuchungen von Bezolds 11 ) noch mehr bekräftigt wurden und hätten somit zweitens Gn regulatorisches, drittens ein sympathisches System. Von dem hier zuletzt ge kannten System wissen wir, dass in seiner Halsbahn diejenigen Herznervenfasern ver kaufen, welche als Nervi cardiaci aus den Ganglien, zum Theil aber auch vom Gehirn e ntspringen, durch das Halsmark und den obersten Theil des Brustmarkes zum Gang- lion cervicale inferius und zum obersten Brustgarglion (Ganglion stellatum'i verlaufen, u ui sich von da zu den Herzgeflechten zu begeben, dass diese in der Bahn des Hals- s ympathicus verlaufenden Herznervenfasern beschleunigend auf die Herzthätigkeit wir ken. Alsdann wissen wir, dass im Sympathicus auch die vasomotorischen Herz- kerven verlaufen. Nachdem wir nun diese drei verschiedenen Systeme betrachtet haben, nämlich c ‘ ln automatisches, regulatorisches und sympathisches oder excitomotorisches wird uns Aas von den verschiedenen Autoren so verschieden angegebene Verhalten der Herz- ieit während des Anfalles verständlicher. 9 ) Virchow’s Archiv, 1863, 26. Bd. p. 1. 10 ) Pflügers Archiv 1 872, Bd. V., p. 289. n ) Untersuchungen über die Innervation des Herzens von Albert v. Bezold. Leipzig 1863.